Zeugnis ist nicht gleich Zeugnis

Einig sind wir uns ja eigentlich alle: Noten im Rahmen von 1 bis 6 können keine authentische Wiederspiegelung von echten Leistungen der Schüler sein. Und sollten es ja auch nicht! Daher gibt es ja jetzt Beurteilungen, Kopfnoten und ein generelles Fragezeichen auf den Gesichtern vieler Eltern, die die ,,neuen“ Zeugnisse nicht verstehen.

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Wissen wir. Aber mittlerweile sind auch die Zeugnisse unverständlich geworden. Es gibt keine feste Regelung, kein Regelbuch, welches uns die komplizierten Sätze übersetzt, die der Lehrer da formuliert, um blümerant etwas anzudeuten, was kein Mensch versteht.
Was, zum Beispiel, bedeutet denn, er bemühte sich? Reicht bemühen? Oder ist das eine Beschönigung für unzureichende Leistungen?

Das Problem ist, dass Lehrer oftmals diese Erklärungen als Kommunikationsmittel mit den Eltern benutzen. Das Zeugnis ist dann also das Papier, auf dem man vermerkt, was man vom Schüler gern mehr hätte. Mehr Fleiß, mehr Pünktlichkeit oder dass er endlich einmal sauber und ohne Tintenkleckse schreibt. Doch es ist wichtig, diese Dinge klar und deutlich auszusprechen und sie nicht in schüchterne, verschachtelte Sätze zu verstecken, weil man niemanden auf den Schlips treten möchte. Helfen tut das keinem. Und verstehen eben ja auch nicht.

Aber genauso wichtig ist es, die Stärken hervor zu heben. Nicht nur, um das Kind zu loben, sondern, um dem Zeugnis die Chance zu geben, ein tatsächliches Bild wiederzugeben. Und nicht nur den kläglichen Versuch davon. Das Ganze in einer leicht verdaulichen Sprache und das neue Konzept kann funktionieren.