„Whiteboards“ anstatt Tafel und Kreide im Klassenzimmer

Man sitzt im Unterricht und hört dem Lehrer zu, wie er mit Kreide langweilige Diagramme an die schimmlig grüne Tafel malt. Solange es ,,ksch ksch ksch“ der Kreide macht, weiß der Schüler, dass er noch Schonfrist genießt, bis die ungemütlichen Fragen nach dem Verständnis kommen.

Die Tafel ist wohl ein jahrelang gehasster Anblick. An dieser veranschaulicht der Lehrer, sortiert seine Gedanken und die des Schülers, er hält zur Verinnerlichung fest und schreibt hier vor.
Grün ist sie meistens, mit milchig weißen Flecken, weil niemand sich die Mühe macht, die Tafel gründlich zu wischen. Das gibt´s nur einmal in der Woche, wenn die fleißigen Mädchen Tafeldienst haben und die ganze Pause darauf verwenden, das Ding blitzeblank zu schrubben.

Ich erinnere mich noch an einen Lehrer, der immer garstig wurde, wenn wir nicht zuhörten. Dann nahm er sich ein Stück Kreide und drückte sie mit voller Kraft auf, um sie dann mit einem geübten Schwung nach unten zu ziehen. Bekommt ihr auch gerade Gänsehaut, bei dem wohl bekannten und perversen Geräusch, welches uns gerade durch den Kopf jagt? Uah, was für eine schauerliche Erinnerung!
Und natürlich, nicht zu vergessen, die großartigen und zumeist unfreiwilligen Liebesbeweise, die in der Pause hastig hinein gekritzelt wurden, um am Anfang der Schulstunde für kreischenden Tumult im Klassenzimmer zu sorgen.

Was waren das für Zeiten! 😀 Doch damit ist bald wohl Schluss. Nicht nur, dass die Schüler immer häufiger zum Laptop, anstatt zum Collegeblock, greifen, um mitzuschreiben, nein, auch die Tafeln sollen aussortiert werden und von sogenannten „Whiteboards“ abgelöst werden. Das sind mediale Präsentationstafeln, auf denen der Lehrer am Schreibtischpult vor seinem Laptop sitzt und den Inhalt des Gesagten einfach an die Wand beamt. Schnell mal eine Internet-Webseite gezeigt oder flott mal einen Präsentationsfilm angeklickt. Was früher noch großes Organisationsgeschickt benötigte, ist jetzt nur noch ein Mausklick entfernt. Hier werden die Vor- und Nachteile dieser ,,Weißtafel“ erläutert.

Tja, was soll ich sagen? Dass ich es schade finde, dass die grünfleckigen Tafeln nun ihr Ableben feiern? So ist die Zeit. Ich kann es weder schlecht, noch gut finden. Die Schule passt sich nunmal an den gesellschaftlichen Gegebenheiten an und das ist gut. So lernen die Kiddies eben zeitgemäßer und am praktischen Berufsleben orientierter. Denn da geht gar nichts mehr ohne PowerPoint, Internet und Laptop. So eine Tafel wirkt mittlerweile recht altbacken und schon zu meiner Schulzeit haben die Schüler angefangen, ihren Laptop mit in die Schule zu schleppen, anstatt sich umständlich Papier anzuschaffen. Zwar galt so ein Jemand noch als ein Freak bei uns, aber ich lebte ja auch auf einem 200-Seelen-Kuhdorf. Da ist schon jemand, der eine elektrische Zahnbürste benutzt, ein Freak.

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