Wenn Kinder Kinder kriegen

Minderjährig und schwanger. Eine Hiobsbotschaft für viele Mädchen und Eltern.

Sechzehn Jahre alt, da war die coole Party und der Typ, in den man schon so lange verknallt gewesen ist. Und dann ist es endlich soweit! Im hektischen Gewühle vergisst man dann schnell mal die wichtigste Kleinigkeit: Die Verhütung. Und das kann dann logischerweise weitreichende Konsequenzen haben.

Schwanger, und jetzt? Wenn Schülerinnen schwanger werden, ist das noch lange kein Grund, die Schule abzubrechen. Der Babybauch hindert einen ja nicht daran, mathematische Formeln zu begreifen. Wichtig ist dabei nur die Organisation, der Wille und die Unterstützung, die ein junges Mädchen dabei erfährt. Da könnte auch ein Vertrauenslehrer helfen, der mit psychologischem Geschick helfend zur Hand geht, wenn der Zeitpunkt näher rückt, den eigenen Mitschülern die Tatsachen zu offerieren. Denn es ist weniger ratsam, das wachsende Kind zu verschweigen und sich in lange Gewänder zu hüllen, denn das entfremdet von den Klassenkameraden viel mehr, als würde man ganz offen erklären, warum man plötzlich ausschaut, als hätte man einen Fußball verschluckt. So haben die restlichen Schüler genauso Gelegenheit, die Tatsachen zu verarbeiten und auf die werdende Mutter zuzugehen. Alles andere lässt den Gerüchtekochtopf zu heiß überbrodeln.

Wenn die Geburt überstanden und das Babygeschrei sprichwörtlich groß ist, wäre es schön, wenn die Schülerin Rückenwind erfährt, sprich, Oma, Tante, Eltern, die auf den Kleinen aufpassen, während sie selbst die Schulbank drückt. Ansonsten gibt es auch staatliche Organisationen, die die Betreuung währenddessen übernehmen und die Kosten dafür werden oftmals vom Jugendamt übernommen.
Jedoch ist es auch kein Drama, sich ein Jahr lang beurlauben zu lassen und die Stufe später zu wiederholen. Das lässt einem Luft zum Atmen und man hat genug Zeit, erst einmal in Ruhe in die Rolle der verantwortungs- und liebevollen Mama hinein zu wachsen.
Übrigens: Oftmals werden die Noten einer jungen Mutter rapide besser, sobald das Kind da ist. Offensichtlich haben diese Mädchen nochmal eine ganz besondere Motivation, erfolgreich zu sein.
Und: Hauptschülerinnen werden öfter als Gymnasiastinnen schwanger. Ich schreibe das wirklich nur ungern, aber es ist mal wieder eine bezeichnende Entwicklung für unser schlechtes Schulsystem.

Zu guter Letzt noch eine Geschichte, die unbedachten Mädels vielleicht Mut macht: Eine Freundin von mir holte gerade ihren Abschluss nach, als sie mit neunzehn ungewollt schwanger wird. Sie entschied sich für die Kleine und hat mittlerweile ihren Abschluss erfolgreich absolviert und händelt ihr ,,neues Leben“ als alleinerziehende, junge, berufstätige Mutter wirklich prima und hat jeden Tag meine Achtung für diese Leistung verdient. Schwangersein ist also kein Weltuntergang. Sondern – wie wohl alles im Leben – eine starke Herausforderung, die mutig angegangen werden muss.

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