Waldorfschulen – Alternative Schulform

Waldorfschulen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten auf der ganzen Welt ausgebreitet. So existieren weltweit etwa 1.000 Waldorfschulen, wovon sich 219 in Deutschland befinden. Daneben gibt es die so genannten Waldorfkindergärten mit einer weltweiten Anzahl von 1.500.

Die auch Rudolf-Steiner-Schulen bekannte Waldorfschulen praktizieren die Waldorfpädagogik, die von Rudolf Steiner (1861 -1925) begründet wurde. Ihren Ursprung hat die Waldorfpädagogik in der Reformpädagogik auf der Grundlage der so genannten Anthroposophie, die ebenfalls von Steiner begründet wurde. Im deutschen Raum sind Waldorfschulen staatlich anerkannte Ersatzschulen, die sich in freier Trägerschaft befinden.

Prinzipien der Waldorfpädagogik

Alle Schüler an Waldorfschulen durchlaufen eine 12jährige Schulzeit, ohne dass Schüler sitzen bleiben. Die jeweiligen geistigen Veranlagungen der Kinder finden im Lehrplan der Waldorfschulen Berücksichtigung und werden entsprechend gefördert. Bereits ab dem ersten Schuljahr werden neben den klassischen Schulfächern künstlerische Fächer angeboten.

Die lebenspraktische Orientierung und der Wille der Schüler soll mittels eines künstlerisch-handwerklichen Unterrichts speziell gefördert werden und der Lehrplan ist sehr entwicklungsorientiert. Die Unterrichtsinhalte und -formen sind besonders auf das kindliche Lernen und der kindlichen Entwicklung abgestimmt. Von Beginn an ist der Waldorf-Unterricht auf innere menschliche Freiheit ausgelegt.

Anfänglich ist so genannter bildhafter Unterricht das wesentliche Prinzip an den Waldorfschulen. Dabei sollen die Schüler neben der Anschaulichkeit auch die Gesetzmäßigkeiten der Dinge verstehen lernen.
Ab dem 14. Lebensjahr ist der Unterricht wissenschaftlich ausgelegt. Dabei soll keine voruniversitäre Ausbildung betrieben werden, sondern eine inhaltliche Vertiefung stattfinden, die Antworten auf die Lebensfragen der Jugendlichen gibt.

Eine weitere Besonderheit der Waldorfschulen ist der so genannte Epochenunterricht, der der ökonomischen Unterrichtsgestaltung dient. Dieser wird unter anderem in den Fächern Mathematik, Geschichte und Deutsch durchgeführt, da diese in sich geschlossen vermittelt werden. Unterrichtsfächer wie Fremdsprachen und Kunst werden hingegen in fachlichen Stunden gegeben, wobei allerdings in der letzten Zeit auch der Epochenunterricht Einzug gehalten hat.

Abschlüsse und Zeugnisse

Das altbekannte Zensurensystem existiert an Waldorfschulen nicht. Die Zeugnisse sind eher detaillierte Charakterbeschreibungen, „ die die Leistung, den Leistungsfortschritt, die Begabungslage, das Bemühen in den einzelnen Fächern durchsichtig machen“.
Abgeschlossen wird mit der Mittleren Reife, der Fachhochschulreife oder auch dem Abitur nach 13 Schuljahren, was von den jeweiligen Bundesländern abhängt.