Türkische Studenten gehen oft ins Ausland, weil sie in Deutschland keinen Job finden und Absagen kassieren

Heute las ich über eine Statistik, die besagt, dass viele deutsche Bürger aus türkischer Abstammung, ihr zweites Heimatland nach abgeschlossenem Hochschulstudium wieder verlassen und im Ausland ihr berufliches Glück suchen.

Eine ganz schön prekäre Thematik, die da angesprochen wird, würde ich meinen. Bezüglich unserer Integrations-Politik sind unsere türkischen Bewohner alles andere als begeistert. Sie beschweren sich, dass sie sich die größte Mühe geben, einen brillianten Schulabschluss hinzulegen, anschließend ein erfolgreiches Studium – und am Ende eine Absage nach der anderen kassieren.

So berichtet die Zeit, dass ein Mädchen sich bei einem Vorstellungsgespräch fragen lassen musste, wie das denn mit Heiraten aussehe. Da sie ja danach bestimmt das Haus und Kinder hüten müsste, weil das in der türkischen Kultur ja nun einmal so üblich ist. Das leistungsbereite Mädchen empfand dies als eine Frechheit. Die Frage drang in sie, wie eine mentale, schallende Ohrfeige.

Deshalb ziehen viele türkischen Studenten nach ihrem erfolgreich absolvierten Studium zurück in die Türkei. In ihrem Heimatland sind die kosmopolitischen Weltenbummler Gold wert, denn noch immer wird das deutsche Bildungsystem nach wie vor geschätzt – obwohl es ja eigentlich eher brach liegt. Und Deutschland ist natürlich bockig, so hat der Staat immerhin aufwändig in diese Menschen finanziert, ihnen das Studium ermöglicht und jetzt, wo alles schön in die Wirtschaft zurück fließen könnte, hauen die frischen Akademiker wieder ab. Währenddessen die Türken ebenso wütend sind.

Tja. Ist es tatsächlich so einfach? Deutschland, sei einfach ein bisschen netter und schwuppdiwupp wird alles gut? Äh, Moment mal. Gehen wir mal zurück zu dem angesprochenen Vorstellungsgespräch mit dem türkischen Mädchen. Hat der Chef tatsächlich eine böse Absicht gehabt? Ich meine, ist es nicht eine schlichte Tatsache, dass in der türkischen Kultur die Mädels nach wie vor früh und jung heiraten und sich dann nur noch um ihre Familie kümmern? Wie kann sich das Mädchen da beleidigt gefühlt haben, wenn der Mann einfach nur von einer völlig anderen Mentalität ausging, die ja auch nunmal Fakt ist und nicht ein bloßes Hirngespinst?

Und dieses ,,Deutschland ist Schuld“ – ich wohne in einer Großstadt. Selten sind türkische Mitwohner nett zu mir. Meistens bekomme ich nur verachtende Blicke zugeworfen. Und dazu wird sich in den Schritt gefasst. Ich habe auch total nette türkische Nachbarn. Lächeln mich immer super freundlich an – und am Wochenende hört man Gebrülle, Geknalle und Schüsse aus ihrer Wohnung. Und nein, ich bin weder rechtsradikal oder sonst noch irgendwie intolerant angehaucht. Im Gegenteil.

Ich sehe das genauso wie die meisten anderen. Ausländern muss man helfen, muss sie fördern, ihnen jede Tür öffnen und offen halten. Ganz klar. Aber im Gegenzug werden wir oft besonders von den Türken verachtet. Ja, es gibt auch solche und solche. Es gibt bestimmt genauso viele nette Türken wie nicht so nette. Genau, wie es bei den Deutschen ist. Aber leider ist der Mensch nunmal so konzipiert, dass er sich das negative merkt. Und da fallen die pseudo-Machos einfach stärker ins Gewicht. Das ist traurig. Und leider nackte Realität.

Und nein, ich möchte jetzt niemanden an den Pranger stellen. Denn natürlich lässt sich das nicht so einfach über den Kamm scheren. Aber ich möchte zumindest darauf aufmerksam machen, dass hierbei zwei völlig unterschiedliche Kulturen aufeinander prallen, die sich völlig fremd sind. Sie verstehen den anderen schlichtweg nicht – daraus resultiert nunmal Misstrauen und Unverständnis. Oder eben auch Verachtung für das Leben des anderen, weil er keine Ahnung hat, was ihn dazu überhaupt bewegt.

Die Lösung? Denkbar einfach: Beide Seiten sind gefälligst offener und toleranter dem anderen gegenüber. Punkt. Dann haben türkische Menschen auch wieder Lust, ihr Studium für die deutsche Wirtschaft zu benutzen. Was für uns übrigens dringend notwendig ist, denn wir haben nicht nur ein schlechtes Bildungssystem, sondern daraus resultiert leider auch der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften.

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