Transparenter Staat – jetzt auch im Klassenzimmer

Unsere Gesellschaft wird immer durchsichtiger, der Mensch immer mehr eine Nummer in verschiedenen Datenbanken. Alles wird festgehalten, die Freiheit immer mehr beschränkt. Schon länger rebelliert eine Gesellschaft, die sich immer weiter in eine Ecke gedrängt fühlt.

So passiert das jetzt auch in den Schulen. Eine landesweite Datenbank in Bayern soll den schulischen Werdegang eines jeden jungen Menschen dokumentieren – und zugänglich machen. Damit soll beispielsweise die Schulpflicht kontrolliert werden. Und eventuelle Schulwechsel erleichtert.
Eine Verfassungsklage wird eingereicht.

Auch Informationen über Eltern sollen aufgenommen und einsehbar gemacht werden. Dabei bekommt jeder Schüler eine Nummer, eine sogenannte ID, die ihn überallhin verfolgt – auch in andere Schulen. Quasi eine digitale Hundemarke.
Der gläserne, virtuelle Mensch unserer neuen, glorreichen Zeit, staatlich zurecht gebogen und in rentable Richtungen geformt.
Klar, dass diese Aussichten dem Staat gefällt. Die Freiheit, Selbstbestimmung und Anonymität des Menschen wird verletzt. Und die wässrigen Argumente, die da aufgeführt werden, überzeugen mich persönlich nicht. Sie sind viel eher eine an den Haaren herbei gezogene Ausrede, um sich irgendwie erklärend aus der drohenden Misere heraus zu reden. In den Schulen fängt es an, da können sich frühe Generationen schon einmal an die Kontrolle und die Transparenz gewöhnen, die sie nicht mehr abschütteln können werden, wenn unser Staat diese ignorante Schiene weiterfährt.

Eine Richtung, die wir aber nicht erst seit zwei Jahren eingeschlagen haben, sondern die sich schon seit der Digitalisierung abgezeichnet hat. Denn um einen Ameisenhügel zu kontrollieren, bedarf es nunmal einer gewissen Durchsicht. Das gefällt dem Individuen natürlich nicht, aber getreu dem Motto: ,,Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“ macht der Staat einfach so weiter, denn die Verlockungen, die die Festnagelung jedes einzelnen Menschen, in sich birgt, riechen zu süß. Wie der verbotene Apfel kreiste die Idee des transparenten Menschen in dem Kollektivempfinden dieser Gesellschaft. Und nun wird eben herzhaft zugebissen.

Die Idee der Datenbank in Schulen ist dabei einfach das perfekte Paradebeispiel. Umso besser finde ich die Verfassungsklage, denn dagegen sollten wir uns wehren. Wir sollten nicht einfach hinnehmen, dass man uns allen Freiheiten beraubt – und dass sich schon unsere Jüngsten daran gewöhnen und lernen, damit zu leben!

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