Schuluniform – Ja oder Nein?

Seit einigen Jahren schon ist dies ein immer wieder aufflammender Streitpunkt: Sollen Schüler einheitliche Kleidung tragen oder würde sie dies in ihrer Individualität zu weit einschränken? Heftige Kritiker gehen sogar soweit, die Befürwortung mit dem Nazi-Regime zu vergleichen!

Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern, als diese Diskussion ein Brennpunkt gewesen ist. Natürlich waren wir Schüler dagegen, dass wir uns einem – auch noch von Lehrern auferlegten! – Einheitsbrei unterordnen sollten, wo wir doch alle etwas auszudrücken hatten! Da waren die Punks mit ihren Nietenarmbändern, die Mädchen mit ihren sehr teuren und vor allen Dingen sehr pinken T-Shirts und die Kiffer mit ihren Dreads und zerrissenen Jeans.

Doch der eigentliche Aufhänger war schon nachzuvollziehen: Mein damaliger Schulkollege Peter kam regelmäßig mit einem T-Shirt in die Schule, auf dem gedruckt stand: ,,people = shit“. Unser Direkter verbot es ihm – Peter beschimpfte ihn als spießig. Wer von beiden hat Recht?
Ist so ein Kleidungsstück einfach nur provokant oder sollte man so weit gehen, zu sagen: Es ist diskriminierend?
Peter jedenfalls meldete sich von der Schule ab, trug sein heißgeliebtes T-Shirt auch weiterhin, während in unserer Schule fieberhaft überlegt wurde, inwiefern es sinnvoll ist, eine Schuluniform einzuführen.

Ein Gesichtspunkt hierbei ist das Mobbing. So sollen junge Leute davor geschützt werden, anhand ihrer Bekleidung beurteilt zu werden und die Chance bekommen, sich anhand ihres Charakters und ihrer Persönlichkeit zu ,,beweisen“. Andererseits werde man aber auch in seiner Individualität eingeschränkt, wo man doch anhand seines Äußeres auch sein Inneres ausdrücke.
Besonders hitzige Temperamente lehnen sich sogar so weit aus dem Fenster, die Einführung als den Versuch der absoluten Gleichstellung zu betiteln.

Eine schwierige Frage also, die so einfach nicht zu beantworten ist. Wobei meine damalige Schule diese Problematik ganz geschickt mit einem Kompromiss gelöst hat: Es wurde einfach ein einheitlicher Pullover eingeführt mit einem – von einer Schülerin entworfenen – Schullogo, der angeboten, aber nicht zum Pflichtprogramm gemacht wurde.

Ich für meinen Teil bin genau für so einen Kompromiss. Wieso denn immer gleich ins Extreme gehen? Wie wäre es denn, wenn man es einer Schule aus Hamburg nachmacht, die sich darauf geeinigt hat, dass die Schulkleidung erstens altersgemäß ist (also sich an der derzeitigen Mode orientiert), aus verschiedenen, wählbaren Objekten besteht und noch dazu von den Schülern einfach mitgestaltet wird?! So werden die direkt Betroffenen mit einbezogen und nicht einfach nur übergangen und zweitens müsste sich so niemand mehr durch ein T-Shirt, welches solch provokante Aufschriften besitzt, angegriffen fühlen. Problem gelöst und alle gehen glücklich nach Hause. Schade nur, dass es nicht so einfach ist.

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