Schulschwänzer – Wie geht man mit Blaumachern um?

Rund 300.000 Schulschwänzer soll es mittlerweile in Deutschland geben. Zwar ist die Anzahl in den letzten Jahren nicht massiv angestiegen, doch wird es immer schwieriger die Schüler wieder in das stark leistungsorientierte Bildungssystem zu integrieren. Eine verheerende Entwicklung: Da die Frage nach unqualifizierten Arbeitern sehr viel geringer ist, als noch vor 20 Jahren, ist für viele der Weg in die Armut und Kriminalität vorprogrammiert.

Schulschwänzen: Den Ursachen auf den Grund gehen

Schulschwänzen ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit, da die Schulpflicht in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben ist. Das nur vorweg.
Zwar kennen wir alle die Situation, wo kurz vor den Sommerferien mal im Sportunterricht blau gemacht wird, doch ist das, was für einige Schüler nur eine dumme Mutprobe ist, für andere schon längst kein Ausnahmezustand mehr, sondern ganz normaler Alltag.
Man muss deswegen differenzieren, zwischen den Gelegenheits-Schulschwänzern, die z.B. aus Angst vor Mobbing eine Krankheit vortäuschen, und den Null-Bock-Schwänzern, die lieber mit anderen rumhängen, statt die Schule zu besuchen.

In jedem Fall sollten Lehrer mit den Eltern Kontakt aufnehmen, wenn das Kind länger als 3 Tage dem Unterricht fern bleibt. Bei unentschuldigtem Fehlen sollte dies sofort geschehen. Auch Eltern dürfen den Gang zur Schule nicht scheuen, wenn sie den Nachwuchs in Verdacht haben, der Schule absichtlich fern zu bleiben.
Handelt es sich tatsächlich um reine Scheu vor hänselnden Mitschülern oder Prüfungsangst, kann ein Schulpsychologe helfen. Wichtig ist, dass man früh eingreift, da sonst der versäumte Unterricht ein neuer Grund für bewusstes Fehlen liefert. Niemand sitzt schließlich gerne in einer Mathe-Stunde und versteht nur Bahnhof.

Sanktionen oder Hilfe für Schulschwänzer?

Bei Schülern, die bewusst und aus reiner Laune heraus der Schule fern bleiben, zeichnet sich eine strukturelles Problem ab. Oft handelt es sich dabei um Kinder aus sozial schwachen Haushalten, wo Hartz IV und andere Transferleistungen über Generationen die Lebensgrundlage sichern. Diese Kids werden leider gar nicht mehr mit einem Leistungsbewusstsein groß und sehen auch im Notensystem keinen Anreiz überhaupt am Unterricht teilzunehmen.

Andere wiederum haben alkoholkranke Eltern und ein instabiles Familienumfeld, um das sie sich Sorgen. Zeit zum Lernen bleibt da kaum. Aus Angst vor dem Versagen wird deswegen die Schule geschwänzt.
Diesen Kindern muss man zur Not mit der Hilfe vom Amt einen Weg aus der Bildungsmisere aufzeigen und durch einen starken Klassenverband das Gruppengefühl stärken. Diese Maßnahmen sind bei systematischen Schwänzern viel wirkungsvoller als Bußgelder oder Jugendarrest, die den Kindern meist nur den Weg in die Kriminalität ebnen. Einem nackten Menschen kann man schließlich nicht in die Tasche langen, das muss auch die Bildungspolitik einsehen und in entsprechende Förderung investieren.

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