Schuldirektoren immer weniger

,,Lehrer sind Mangelware“ – eine häufig zitierte und mittlerweile sehr geläufige Schlagzeile, die Deutschland seit einiger Zeit regelrecht verfolgt. Aber was das für einen Wellenkreis nach sich zieht, ist den wenigsten bekannt: Nicht nur Lehrer sind Mangelware. Die Direktoren der Schulen sind es ebenfalls.

Schuldirektoren werden weniger. Häufig dauert es über ein halbes Jahr, bis eine freie Stelle überhaupt neu besetzt werden kann. Es reißt sich niemand um den größten Schreibtischstuhl im Lehrerzimmer, im Gegenteil. Dieser mehrfach Belastung will sich niemand mehr aussetzen. Schon gar nicht für die laue Bezahlung. Da ist es doch viel bequemer, in seiner kleinen Lehrerbeamtenrolle zu verweilen, die Schüler ein bisschen zu gängeln und abends den Feierabend zu genießen, soweit es möglich ist.

Und die Schule? Tja. Deren Konzept wird immer löchriger. Und die Schüler unmotivierter, weil sie die kontra-Produktivität durchaus im Klassenzimmer spüren, wenn der Lehrer lustlos seufzend auf der Tafel herum malt. Aber nicht nur die Unterbezahlung und die psychische Belastung sind ein Problem. Demnächst gehen einige derzeitige Direktoren in Rente und erfreuen sich an bezahlter Arbeitslosigkeit, während unsere Politiker langsam in heiße, berechtigte Panik geraten. Denn da ist kein Nachwuchs in Sicht, der sich motiviert auf den Stuhl schwingen und die Schulen aufpäppeln wird. Nein. Gähnende, staubige Leere in den Schubladen, die für die Bewerbungsunterlagen angedacht waren. Stellen werden mehrmals ausgeschrieben, bis überhaupt jemand sich meldet. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Lösung? Hab ich leider keine. Sie vielleicht? Gut. Dann hätten wir das ja auch geklärt. Ich könnte natürlich leise einwerfen, dass das Problem endlich am Kern gepackt werden muss, nämlich in der Ausbildung der Lehrer. Unsere Generationen haben sich gewandelt, aber die Schulen gehen darauf nicht ein. Stattdessen stecken sie selbstmitleidig den Kopf in den Sand und warten, bis die Frustrations-Flutwelle sie überspült hat, in der Hoffnung, die Wüste offeriert ihnen irgendwann eine grüne Oase. Die grüne Oase könnte sich beispielsweise im Konzept der Gesamtschule zeigen. Und darin, dass unsere Bildung endlich mehr von ,,oben“ subventioniert werden muss! Für die Gehälter der Lehrer zum Beispiel, die nunmal deren Motivation, etwas zu ändern, bestimmen.