Referate werden von Schülern nur durch Wikipedia oder Google recherchiert

Früher gingen die Schüler in Bibliotheken, um Referate zu schreiben. Heute reicht ein Mausklick. Das Internet macht vieles bequem – hat aber auch seine Nachteile.

Früher war das Schreiben eines Referates noch eine echte Herausforderung. Der Schüler nahm ein Thema mit nach Hause, von dem er keine Ahnung besaß und musste in die Bibliothek flüchten, um fundiertes Fachwissen nachzuschlagen.
So verbrachte er die Stunden in den stillen Räumen der atmosphärischen Bibliothek, während er las und schon eifrig schrieb. Am Ende kam meist eine gute, sachkundig geschriebene Facharbeit bei raus.

Heute ist das anders. Heute gibt´s ein Thema, der Schüler geht nach Hause, tippt ,,Wikipedia“ in seinen Explorer und liest sich erstmal Schund in seinen Kopf. Manche Schüler gehen sogar noch weiter, gehen über Wiki hinaus und finden auch ein paar wirklich brauchbare Informationen. Und am Ende steht er vor der Klasse und erzählt von der Geschichte Chinas, wie sie sich nie so zugetragen hat. Das kann nämlich sehr leicht passieren.

Die Internet-Recherche ist nämlich auch eine gefährliche. Man weiß nie so genau, was jetzt seriös ist und was frei erfunden. Auch Wikipedia steht des Öfteren unter Verdacht, unlautere Informationen zu verbreiten, denn die offene Enzyklopädie ist für jeden Schreiberling zugänglich und im Grunde genommen kann da jeder Hanswurst seine peripheren Halbwahrheiten reinklatschen.

Ein weiteres Problem ist das bloße Rauskopieren von Informationen. Oft machen Schüler sich gar nicht mehr die Mühe, etwas selbst zu schreiben, sondern finden einen passenden Download im Internet. Einschlägige Internetseiten verdienen eine ganze Menge Geld damit, fertige Hausaufgaben und Referate zu verkaufen. Das ist nicht nur eine erschlichene Note, sondern auch eine verpasste Chance für den Jugendlichen, wirklich etwas dazu zu lernen.

Ich plädiere für die staubigen Bücher, für Kaffeekränze in der Bibliothek und nach einer Neugierde, die weiter geht, als das bloße Googeln. Denn, meiner Meinung nach, trägt das sehr stark zur allgemeinen Verblödung der Gesellschaft bei.

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