Rechtschreibung und Kommunikation der Schüler

Die Rechtschreibung ist natürlich ein bekanntes Dilemna in unseren Schulen. Aber es ist nicht nur die Rechtschreibreform, die Probleme aufgeworfen hat.

,,was gehtn so? haddu ma Zeit füa mich?“ – ,,kla, können unz ja aufm spielplazz treffn, wenn du lust hast!“ – klingt das wie Buchstabensalat für Sie? Denken Sie jetzt auch, hä, was macht die Autorin da, ist sie ein bisschen betrunken? Nein, ich bin ganz nüchtern. Und ich schreibe gerade einen Artikel über das Problem der Chatterkultur unserer Jüngsten 😉 .

Internet und Handy sind überlebenswichtige Utensilien im Dschungel des Alltags, die meisten Schüler kommen ohne Internet und mindestens fünfzig SMS pro Tag nicht mehr aus, was eigentlich eine normale Medien-Entwicklung in unserer Gesellschaft darstellt, jedoch wirft das natürlich auch Probleme auf. Denn viele Jugendliche chatten den ganzen Tag, kommunizieren stundenlang über ICQ oder MMS mit ihren Freunden, die sie auch im ,,real life“ kennen. Sogar Verabredungen werden so getroffen. Mal eben anrufen? Wozu? Ist doch viel zu umständlich. Ein bisschen in die Tasten reingehauen, so geht das natürlich viel schneller.

Dabei hat sich eben diese ,,Chattersprache“ entwickelt. UnD dIe iZ eBn mAnChMaL eTwAz sChwÄär nAcHzUvoLlziEhN (Und die ist eben manchmal etwas schwer nachzuvollziehen). Ob man es glaubt oder nicht: Viele Jugendliche schreiben so den ganzen Tag. Das ist ,,cool“, das hebt sich angeblich von der Masse ab und es ist Ausdruck einer jugendlichen Subkultur. Und irgendwann schreibt man eben auch im Deutsch-Diktat so. Oder im Aufsatz haben sich plötzlich soviele Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen.

Wie man das verhindern oder unterbieten kann? Tja, gar nicht, würde ich wohl sagen. Aber man kann trotzdem gegen ,,arbeiten“: Verschenken Sie Bücher! Oder legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln fest, so könnten Sie doch zum Beispiel abmachen, dass für jede Stunde chatten, eine halbe Stunde lesen fällig ist. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und sehen das ganze locker mit viel Humor. Auch diese Phase vergeht und irgendwann kommt der Rebell von selber darauf, dass diese Sprache eigentlich nur eine andere Form der Abgrenzung ist. Und im Nachhinein ganz schön peinlich 😉 .

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