Realität leere Klassenzimmer

Deutschlands Schulen sehen sich momentan ein schweren Situation ausgesetzt, mit der sie seit 1992 nicht mehr konfrontiert wurden – es gehen ihnen die Schüler aus. An den deutschen Schulen folgten nur noch 9,2 Millionen Schüler dem Unterricht, dies bedeutet einen Rückgang von 1,7 Prozent und 157.000 Schüler.

Zunächst klingt die Zahl von 9,2 Millionen nicht sonderlich Besorgnis erregend, schließlich leben in ganz Schweden gerade einmal so viele Menschen, aber für Deutschland hingegen ist dies eher eine negative Entwicklung, die vor allem auf die geburtenschwachen Jahrgänge zurückzuführen sind, die jetzt eingeschult wurden. Im Osten ist diese Entwicklung wesentlich ausgeprägter als im Westen des Landes, dafür gehen Experten aber davon aus, dass sich dieser Trend im Osten bereits im Jahr 2009 wieder umkehren wird, im Westen ist dies vermutlich erst im Jahr 2020 der Fall.

In allen ostdeutschen Bundesländern zusammen sank die Schülerzahl im vergangenen Jahr um rasante 4,4 Prozent, im Westen um 1,2 Prozent. Einfluss auf diese hohe Zahl hat aber auch die Einführung des „Turbo-Abiturs“, womit gleich eine große Anzahl der Schüler die Schulen verließen.

Eine besondere Entwicklung lässt sich auch bei den Schultypen beobachten, so werden Gymnasien verstärkt besucht, Hauptschulen hingegen weniger. Auch bei der Zusammensetzung der Klassen hat es Veränderungen gegeben, so liegt der Jungen-Anteil auf Gymnasien nur noch bei 46,7 Prozent, während er bei Hauptschulen teilweise über 60 Prozent angesiedelt ist.