Nesselsucht: Weit verbreitet, aber kaum gekannt

UrtikariaPatienten vergleichen die Symptome mit der Berührung mit einer Brennnessel: rote Quaddeln auf der Haut, die stark jucken. Deshalb heißt die Krankheit auch Nesselsucht oder – von dem lateinischen Namen der Brennnessel abgeleitet – Urtikaria. Etwa jeder vierte Deutsche ist im Laufe seines Lebens einmal davon betroffen. Auch Kinder können unter der Hautkrankheit leiden. Doch trotz der weiten Verbreitung wissen nur die wenigsten über die Auslöser, Formen und Behandlung der Nesselsucht Bescheid.

So äußert sich Nesselsucht

Urtikaria äußert sich durch Quaddeln, die am ganzen Körper oder nur an bestimmten Stellen auftreten können, und mit einem starken Juckreiz einhergehen. Dieser macht die Krankheit für die Betroffenen so unangenehm. Verantwortlich für die juckenden Quaddeln ist der Botenstoff Histamin. Das biogene Amin kommt von Natur im menschlichen Körper vor und ist dort zum Beispiel für die Magensaftproduktion verantwortlich. Reagiert jedoch das Immunsystem fehlerhaft auf große Mengen Histamin, entstehen die Wassereinlagerungen und der Juckreiz.

Die Ursachen für die Freisetzung des Histamins und den Nesselsuchtschub können dabei unterschiedlicher Gestalt sein. Oft steckt eine Lebensmittelunverträglichkeit, die Histaminintoleranz dahinter, da auch einige Nahrungsmittel stark histaminhaltig sind. Genauso können bestimmte Wirkstoffe in Medikamenten oder vorherige Infektionen Urtikaria auslösen. Auch Stress oder physikalische Reize wie Kälte, Wärme, Licht, Druck und Reibung stehen häufig im Verdacht, den Hautausschlag hervorzurufen.

Formen und Behandlung des Hautausschlags

Die Form der Nesselsucht beeinflusst die Behandlung. Handelt es sich um eine spontane Urtikaria, klingt diese in der Regel nach wenigen Tagen, spätestens nach ein paar Wochen von alleine ab. Von einer chronischen Urtikaria spricht man, wenn der Hautausschlag länger als sechs Wochen andauert. Hier sollte eine genauere Untersuchung vorgenommen werden.

Um die Nesselsucht zu behandeln, muss der genaue Auslöser gefunden werden. Ein Tagebuch, das die einzelnen Schübe dokumentiert, kann dabei helfen. Eventuell muss ein Arzt allergologische Tests durchführen. Ist die Ursache ermittelt, sollte diese unbedingt gemieden werden. Wenn das nicht vollständig möglich ist, kann ein Arzt Antihistaminika verschreiben. Einen geeigneten Facharzt in seiner Nähe findet man bei einem Ärztefinder.

Mögliche Risiken

Auch wenn Urtikaria trotz Juckreiz und Ausschlag harmlos wirkt – die Krankheit kann sehr gefährlich werden. Sofortige Hilfe durch einen Notarzt benötigen Betroffene, bei denen Mund und Rachen von der Nesselsucht befallen sind. Unter Umständen schwillt der Rachen zu und es droht Erstickungsgefahr. Diese sogenannten Angioödeme – besonders tiefliegende Schwellungen der Haut – sind oft Folge eines schweren allergischen Schocks. Mit geeigneten Präparaten können Ärzte der Schwellung entgegenwirken und die Gefahr bannen.

Bildurheber: ThinkStock, iStock, konmesa

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