Nagelkauen – oft Zeichen für Stress

Nagelkauen tritt bei den Betroffenen häufig in Stresssituationen auf. Meist wird das Beißen bei Kindern als Ventil in ungewohnten Situationen und unter Stress im Kindergarten oder der Schule entwickelt und gibt sich von alleine wieder. Eltern sollten jedoch ein Auge auf das Verhalten haben!

Nagelkauen – Ventil zur Stressbewältigung

Nagelkauen ist eine unschöne aber in den meisten Fällen harmlose Angewohnheit, die die Betroffenen meist schon im Kinder- und Jugendalter entwickeln. Oft wird der Drang an den eigenen Fingern rumzubeißen in der Schule entwickelt, wenn das disziplinierte Verhalten im Klassenraum kein anderes Ventil in stressigen Situationen zulässt. Bei den meisten Kindern lässt das Beißen nach einiger Zeit von alleine wieder nach. So wie beim Daumenlutschen und Krabbeln entwachsen sie dieser Angewohnheit wortwörtlich und lernen anders mit ihrem Stress umzugehen. Eltern können diesen Lernprozess durch das Auftragen von bitter schmeckenden, unbedenklichen Tinkturen oder Zitronensaft beschleunigen. Schimpfen sollte man jedoch unbedingt vermeiden, da dies die innere Angespanntheit des kleinen Nagelkauers noch verstärken kann.

Tipps für einen gesunden Umgang mit Stress

Trotzdem sollten Eltern ein Auge auf die Finger des Nachwuchs haben. Verstärkt sich das Problem und wird in bestimmten Situationen zu einem regelmäßig wiederkehrenden Verhaltensmuster, oder fängt das Kind gar an auch das Nagelbett zu beißen, so dass Entzündungen und Wunden entstehen, verlaufen die Grenzen von der hässlichen Angewohnheit zur Zwangsstörung bis hin zum autoaggressiven Verhalten. Sollte dies der Fall sein, sollten Eltern nachhaken. Nicht selten stecken Stress und Probleme in der Schule, wie z.B. Mobbing dahinter. Damit das Kind das Nägelkauen nicht als fixes Verhaltensmuster mit in das Erwachsenenalter übernimmt, sollte man sich mit ihm zusammensetzen und nach einer anderen Lösung suchen. Sport und Autogenes Training können zum Beispiel dem Kind helfen gelassener mit schwierigen Situationen im Klassenraum umzugehen. Darüber hinaus helfen nervösen Kauern auch alternative Beschäftigungen mit den Fingern, wie z.B. das Spielen mit einem kleinen, genoppten Ball, der die Reflexzonen stimuliert. Besprechen sie das Problem auch mit den Lehrern. Sie können vielleicht genauer Aufschluss darüber geben, in welchen Stresssituationen im Unterricht mit dem Nagelkauen begonnen wird und haben andere Tipps, wie man das Verhalten am besten in den Griff bekommen kann.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.