Melanchthon Gymnasium – die jüdische Geschichte im Brennpunkt

Das Melanchthon Gymnasium in Nürnberg stand seit der Gründung im Jahre 1526 durch Philipp Melanchthon ganz im Zeichen des Humanismus. Ein Schulprojekt dokumentiert nun das Schicksal der Juden in den 1930er Jahren, das den Ursprungsgedanken des Gründervaters überschattete.

Anlässlich des 450. Todestages von Philipp Melanchthon stellt die Schule ein Projekt auf die Beine, das den humanistischen Gedanken wieder aufleben lassen soll, der während des Nationalsozialismus abhanden ging.

Melanchthon Gymnasium in Nürnberg

Das Melanchthon Gymnasium wurde als erste Schule Deutschlands 1526 nach den humanistischen Prinzipien Philipp Melanchthons eingerichtet und vertritt auch heute noch (oder wieder) diese Philosophie.

Latein wird dort als erste, Englisch als zweite und Altgriechisch als dritte Fremdsprache angeboten. Als Logo dient die Eule von Athen, die gleichzeitig die Totenmaske Philipp Melanchthons war.

Melanchthon glaubte an das Gute im Menschen als er im 16. Jahrhundert die Nürnberger ‚Obere Schule‚ im ehemaligen Egidien-Kloster gründete und unterstrich dabei, wie wichtig Bildung für die Gesellschaft ist.

Melanchthon Gymnasium – Schulprojekt

Ein Programmpunkt des Schulprojektes stellt ein Gedenken zum 450. Todestag des Reformators dar, das dieses Wochenende abgehalten werden soll. Dabei soll nicht nur auf den Gründervater selbst aufmerksam gemacht werden, sondern ebenso auf die ehemaligen jüdischen Schüler, die im Holocaust ihr Leben verloren.

Besonders engagiert ist die Geschichtslehrerin Martina Switalski, die gemeinsam mit den Schülern Recherchen anstellt und bisher 19 ehemalige jüdische Schüler des Melanchthon Gymnasiums ermittelt hat.

Dieses Projekt ist nur eines von vielen, welches das Melanchthon Gymnasium bisher durchgeführt hat. 2006 beschäftigten sich Schulklassen zum Beispiel mit dem Thema ‚Integration‚.

Melanchthon Gymnasium – Ausschluss der Juden

Ganz Deutschland war zu Zeiten der Machtübernahme Hitlers in einem Ausnahmezustand, so auch Nürnberg. Der humanistische Gedanke wurde durch die ‚Rassenkunde‚ ersetzt. Jüdische Schüler mussten, mit Ausnahme der Söhne von Frontkämpfern, die Schule verlassen. Spätestens bis zur Reichspogromnacht 1938 wurden jedoch alle verbannt.

Symbolisch wurde nun im Rahmen des Projekts eine Schulbank zersägt, welche die Trennung der jüdischen Schüler von den anderen Mitschülern darstellen soll.

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