Maßnahme für arbeitslose Schulabgänger

Da ich im letzten Artikel schon auf Schulabgänger eingegangen bin, greife ich das Topic heute einfach nochmal auf. Denn um die Situation der arbeitslosen Schulabsolventen in den Griff zu bekommen, wurde eine Maßnahmen-Politik veranstaltet, die mittlerweile als hilflose Beschäftigungstherapie dient.

Abschluss in der Tasche und keine Ausbildung in Sicht: leider oftmals traurige Realität. Besonders Hauptschüler haben große Probleme, eine Ausbildungsstelle zu finden und wissen einfach nicht, was sie mit sich und ihrem Leben anfangen sollen.
Daher die Idee der schulischen Maßnahme: Das sind Einrichtungen, die ein Jahr andauern und ähnlich einer Schule funktionieren. Man geht morgens hin, hat Unterricht (Englisch, Mathematik, Sport, etc. ) und lernt ein paar grundlegende Dinge.
Quasi das Ein-Mal-Eins des Lebens.

Wichtiger Stoff: Bewerbungen schreiben, Vorstellungsgespräche, Knigge und soziale Kompetenz. Denn das sind meistens große Defizite bei den perspektivlosen Schülern. Oft werden sie aufgrund ihres Benehmens, Auftretens oder dem mangelnden Grundwissen von Betrieben abgelehnt. Oder ihre Bewerbungen scheiden schon deshalb aus, weil sie schlecht geschrieben, strukturiert oder einfach schlampig sind. Damit werden sie von dem großen Schreibtisch gleich in den Papierkorb befördert. Nur nehmen die Jugendlichen das auch oft genug einfach nicht ernst.

Und in der sogenannten Maßnahme sollen die jungen Menschen dann eben lernen, sich kompetent zu verkaufen und diverse Defizite auszugleichen. Beispielsweise Mathematik, denn um bei den Einstellungstests nicht zu versagen, benötigt man da einfaches Grundwissen und hier hapert es schon gewaltig. Körperberechnung? Formeln? Gleichungen? Hä? Genau. Und da möchte diese Politik eingreifen und vorsorgen.

Naja, ich bin skeptisch. Ich kenne ein paar Leute, die so eine Maßnahme besucht und im Endeffekt gar nichts gelernt haben. Oftmals endet dieser sogenannte Unterricht in einer Beschäftigungstherapie, was dort getrieben werden soll, weiß so genau eigentlich niemand. Und eine Ausbildung gefunden haben die Bekannten übrigens auch keine, sondern sie besuchen jetzt reguläre Schulen, um einfach einen höheren Abschluss zu absolvieren – was ich wirklich konstruktiv finde! Denn wenn man als Hauptschüler keine Ausbildung findet, wieso dann nicht den Realschulabschluss nachmachen? Der dauert auch ,,nur“ ein Jahr und hier hat man danach wirklich etwas in der Hand, außer einem Zertifikat darüber, dass man sich ein Jahr lang immerhin nicht gelangweilt hat.

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