Lob ist nicht gleich Lob – ein Kompliment muss richtig gesagt werden, damit es den Schüler motiviert

Es ist sozialpädagogisch wertvoll. In jeglichen Erziehungs-Wäzern hat es einen Ehrenplatz zugesprochen bekommen. Man huldigt, würdigt und präsentiert es gern: das berühmte Lob.

Dass Kinder sich in der Schule ungern unter Druck setzen lassen, wissen wir. Und dass Hausaufgaben auch total blöde sind, auch. Wir waren ja auch mal in der Schule. Lehrer, Pädagogen und selbst ernannte Küchenpsychologen predigen es uns immer wieder vor: ,,Loben Sie Ihr Kind doch mal!“ – ,,Sie müssen Ihre Kinder auch für das, was es tut, ausreichend loben, damit es seine Motivation nicht verliert.“

Möchtet ihr jetzt auch gern mit eurer Augenbraue zucken? Eure Stirn runzeln? Mich nervt so ein Geschwafel ja immer ungemein. Als ob wir völlig blöde wären und nicht in der Lage, einfachste Regeln zu kapieren. Denn die Bedeutung des Lobes zu erkennen ist nun wahrlich keine Weisheit!
Aber… ist es denn so gut, wichtig und bedeutend? Hat das häufig ausgesprochene ,,Fridolin, du machst das großartig“ wirklich den erhofften Effekt?

Erst einmal gilt es ja die verschiedenen Lobeshymnen zu unterscheiden. Lob ist nämlich nicht gleich Lob. Es gibt auch boshafte, zynische Bekundungen oder welche, die im Kontext eigentlich ganz andere Dinge bedeuten. ,,Der Fritz hat als einziger seine Hausaufgaben gemacht“ – ob Fritz das wirklich so cool findet, dass seine Lehrerin das vor der ganzen Klasse in der Schule ausspricht? Vor der Pause gruselt´s ihn jedenfalls jetzt. Ein bisschen schulabseits, trotzdem gut, ist auch: ,,Sabine – du siehst in dem Kleid ja gar nicht mehr so dick aus!“ – weitere Kommentare dazu spare ich mir jetzt 😉 , selbsterklärend, denke ich, oder?

Aber auch: ,,Geht doch!“ und ,,habe ich dir ja von Anfang an gesagt!“ machen die Sache keineswegs besser. Im Gegenteil. Das schlecht verpackte Lob treibt dem Kind nur noch weiteren Schweiß auf die Stirn. Nicht, dass Eltern es vielleicht gut gemeint hätten, aber das Kind hört: ,,Das hättest du von Anfang besser machen können! Ich bin genervt, dass du es nicht sofort so gemacht hast!“ und dabei hatte der Schüler tatsächlich Verständnisprobleme oder wusste schlichtweg nicht, wie man diese verflixte Aufgabe nun lösen könnte.

Also wer schon mit dem erhobenen Zeigefinger quaksalberisch das Lob im selben Atemzug mit Erziehungsmethoden erwähnt, der sollte sich auch ausreichende Gedanken dazu gemacht haben. Dass wir mit dem schön besudelten loben auch einiges kaputt machen können, wird dabei gern mal unter den Tisch gekehrt. Wer lobt, sollte es wohl dosiert und überlegt tun. Nichts übertreiben oder untertreiben. Authentisch bleiben. Damit das Lob auch tatsächlich als das ankommt, was es sein soll: ein motivierendes Kompliment.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.