Lehrermangel provoziert Laien vor die Tafel

Über den andauernden Lehrermangel habe ich ja bereits geschrieben. Die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, bedeuten vielleicht einen Einschnitt in unser Schulsystem.

Es gibt immer weniger sozialpädagogische Lehrer, die auch auf Lehramt studiert haben. Händeringend suchen die Schulen nach geeigneten Tutoren und stehen am Schulanfang meist immer noch ohne da. Da ist natrülich guter Rat teuer und oftmals endet das mit einer Abiturientin, die plötzlich die Fünftklässer in Mathematik unterrichtet. Oder einem Studenten, der gerade mal auf einen Aushilfsjob aus ist.

Meine Deutsch-Lehrerin wurde sogar einmal von der damaligen Kiosk-Besitzerin vertreten. Aber es war durchaus interessant, da plötzlich ein ganz anderer Wind im Klassenzimmer wehte, die üblichen Strukturen aufgebrochen wurden, da sie ja auch nicht wusste, was das für welche waren. Auf Geratewohl und aus dem Bauch heraus brachte sie uns ein paar wirklich gute Kurzgeschichten näher und inspirierte den eingefahrenen Schüler-Kopf mit neuen Bahnen, die sie einschlug.

Was ich damit sagen möchte? Dass es vielleicht gar nicht so gut ist, sich immer zu hundertprozent auf das enge Studium zu verlassen, dass auch der Sozialpädagoge Fehler macht und seine Vergleisungen nicht mehr verlässt, weil er zu sehr auf Sicherheit und Lernstoff fixiert ist und somit oftmals den Schüler nur an der Oberfläche berührt, aber eben nicht tiefergehend.
Natürlich müssen wirklich geschulte Lehrer vorhanden sein, Menschen, die von ihrem Metier wirklich etwas verstehen und genau wissen, was sie tun. Doch warum nicht einmal etwas riskieren? Warum nicht einmal einer Studentin die Chance geben, sich am Lehrersein zu probieren?
Eine Studie belegte: Fünfzig Prozent dieser Laien machen ihre Sache wirklich gut!

Er muss ja nicht gleich Klassenlehrer werden, aber einfach mal, um der Kreativität, der auch durchaus im Lehrplan mit inbegriffen sein kann, freien Lauf zu lassen und auf neue Wege zu kommen, ist das eine gute Möglichkeit. Das Potenzial aus der Misere schöpfen, lautet da meine Divise. Problembezogenheit ist nie gut, wenn sie das Problem nicht am Schopfe packt. Daher sollte man hier durchaus die positiven, gewinnenden Seiten abverlangen, die das Projekt durchaus in sich trägt. Offen sein für Neues!

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