Lehrer sollen bald nach Leistungen bezahlt werden

Kurz vor der nächsten Pisa-Veröffentlichung wird es noch einmal stürmisch auf den politischen Stammtischen. Jetzt geht es um die Lehrer, die motiviert werden sollen.

Ob man Überstunden schiebt oder pünktlich um 13:45 Uhr das Schulgebäude verlässt – Lehrer werden alle gleich entlohnt. Es gibt keine Zusatz-Leistungen, keine Prämien, kein BonBon für die überlasteten Pädagogen. Nicht einmal ausgezeichnet oder gerühmt werden die Menschen, die das Beste aus unseren Zöglingen heraus holen.

Das soll anders werden. Heftig wird verlangt, dass auch Lehrer nach Leistungen bezahlt werden sollen. Denn um Schüler zu motivieren und aus ihrer Lethargie zu reißen, braucht es frischen Wind in den Segeln. Und für so ein Aufbegehren braucht es ordentlich Rückenwind – in Form von Selbstbewusstsein, Enthuiasmus und Euphorie. Das Wissen, das, was ich da tue, lohnt sich. Auch irgendwann für mich.

Lehrer, die die Ärmel hochkrempeln und hoch motiviert in eine schwierige Schule marschieren, um sozialen Grenzfällen wieder auf die Beinchen zu helfen – da braucht man schon Nerven aus Stahl, um all die emotionalen Abgründe erforschen und aushalten zu können. Bisher wurde das nicht gewürdigt. Stattdessen wird über eine zähe Schule geschimpft, gelangweilte Schüler und Lehrer, die ,,keinen Bock“ mehr haben.

Ich finde das super! Ich glaube nämlich, dass Motivation bei einem Lehrer am Anfang der Karriere immer im Vordergrund steht, sich aber mit den Jahren schlichtweg abnutzt. Wenn da nie positive Resonanz folgt und man immer im stillen Kämmerlein vor sich hin motiviert – dann geht der anfängliche Zauber des Helfens sehr schnell verloren. Eine faire Entlohnung bietet da den richtigen Anreiz, immer weiter machen zu wollen. Auch mal innovative Projekte anzurühren, die Schülern zu einem Blick über den Tellerrand verhelfen. Mal davon abgesehen, dass das wirkliche Schwerstarbeit ist, die unsere Pädagogen da machen. Zudem eine, die von ganz Deutschland verpönt und verachtet und, in den allermeisten Fällen, kritisiert wird.

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