Lehrer klagen gegen Internet – Portal für Lehrerbewertung ,,Spickmich“

Immer häufiger klagen Lehrer gegen den neuen Schüler-Trend ,,Spickmich“, ein Internetportal, wo Schüler den Spieß einfach mal umdrehen und ihre Lehrer benoten.

Wer kennt das nicht? Man kaut gefrustet auf seinem Bleistift herum und fühlt sich nicht ernst genommen, die schlechte Note nagt am Selbstwertgefühl und nicht selten ist der Lehrer Schuld an der ganzen Misere: Die Aufgaben der Klausur waren viel zu schwer, der Unterricht sei zu lasch oder aber der Lehrer unfähig, zu erklären.

Diesem Frust wollten ein paar kluge Köpfe entgegen arbeiten und gründeten daraufhin die Internetseite ,,Spickmich“, ein Portal, auf denen mittlerweile mehr als eine Million Schüler mehr als 350. 000 Lehrer benotet haben.
Die Zahlen sprechen für sich, meinen die Gründer, die es als wichtig erachten, für mehr ,,Transparenz“ und ,,Kommunikation“ zwischen den verschiedenen Parteien zu sorgen.
Viele Lehrer verklagen die Seite – erfolglos. Die angegebenen Daten seien nicht persönlichkeitsverletzend, heißt es da oft genug.

Meine Meinung? Das ist ja wohl eine Frechheit. Stellen Sie sich einmal vor, Ihr Name würde auf irgendeiner Seite veröffentlicht und Ihre Arbeit an einen öffentlichen Pranger gestellt. Wären Sie da noch unvoreingenommen? Würden Sie sich nicht persönlich angegriffen fühlen? Ist es denn nicht auch genau das – ein persönlicher Angriff? Mal davon abgesehen, dass die ganze Sache auch nicht für mehr ,,Transparenz“ sorgt, denn Eltern haben mit der Seite nichts am Hut, die müssen sich immer noch ein eigenes Bild machen. Und das geht vor Ort immer noch am einfachsten. Anstatt ,,Spickmich“ anzuklicken, sollte man viel eher wieder einmal einen Elternabend besuchen und den betreffenden Personen ins Gesicht schauen – ist gleich sehr viel authentischer als die Fünf von einem pupertierenden Schüler, der sein eigenes Lerndefizit nicht verkraftet.
Sicher hat die Sache auch ihre Vorteile, aber ich bin trotz allem noch dafür, dass das Dinge sind, die man in der Schule klärt und nicht im World Wide Web, wo die Sache einfach nur beleidigend wird, da sie nur Raum für den Schüler lässt – die Stimme des Lehrers kommt hier nicht zu Wort.

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