Legasthenie in der Schule

Könnt ihr schreiben? Ja? Und lesen? Und das ganz problemlos? Fein. Viele Menschen können das nicht. Legasthenie ist ein heiß diskutierter Begriff, der oftmals für hitzige Auseinandersetzungen in den Schulen sorgt.

Denn „Schule ist Ländersache“ erzählt auch dieser Artikel. Das bedeutet konkret, dass jede Schule selbst entscheidet, inwiefern sie Legasthenie mit in die Bewertung einfließen lässt oder eben nicht.
Legasthenie ist eine diagnostizierte „Lese- und Rechtschreib-Schwäche“ und lässt viele Kinder in den ersten Jahren in der Schule recht verzweifeln.

Buchstaben erkennen, zusammen fügen, Worte schreiben, die so ganz anders klingen und selber lesen – das kann für so manchen Legastheniker eine sehr zermürbende Aufgabe darstellen. Bei jedem Kind ist es anders, wie sehr dieses Krankheitsbild ausgeprägt ist. Manche spüren ihr Defizit kaum, andere kriegen schon bei dem bloßen Anblick eines Buches Herzrasen.
Und viele Schulen gehen auf dieses Problem gar nicht ein, ignorieren die Schwäche und wundern sich anschließend über die schlechten Zensuren eines offenkundig intelligenten Schülers.

Andererseits ist es aber auch so, dass viele Kinder und Eltern sich auf diese Diagnose auch gerne ausruhen und nicht an dem Problem arbeiten. Denn auch Legastheniker können lernen, gut zu schreiben und zu lesen. Es ist eben nur sehr viel schwieriger und nervenaufreibender als für ein gesundes Kind. Und weil die Schwäche mit in die Bewertung fließt, finden Eltern und Kinder eben oft auch keine Motivation, sich dem anzunehmen und lassen alles, wie es ist. Geht ja auch so. Offensichtlich. Deshalb haben viele Schulen beschlossen, dass ab der 10. Klasse die Bewertung auch das Geschriebene des Kindes mit einbezieht. Das bedeutet konkret, dass ein Legastheniker bis zu dieser Klassenstufe gelernt haben muss, zu schreiben wie jeder andere auch.

Ob das fair ist, ist Grundlage vieler Diskussionen und Gesprächsrunden. Auch ich stehe dem Problem ambivalent gegenüber. Ich habe schon hochgradig ausgeprägte Legastheniker kennen gelernt, die mit viel Fleiß und Aufwand gelernt haben, genauso richtig zu schreiben, wie ich heute. Und ich habe Leute kennen gelernt, die sich bei jedem Wort vertun, Bücher verschmähen und sich rücksichtslos auf ihrer Krankheit ausruhen.