Kettensägenwerbung der Firma Stihl

Dass Werbung versucht uns über Emotionen zu erreichen ist wohl mittlerweile jedem klar. Die Frage ist nur, welche Ausmaße so etwas annehmen sollte.

Beim Durchstöbern des weit bekannten Videoportals You Tube bin ich kürzlich auf folgendes Video gestoßen:

Dramatisch wird der Verbraucher in eine Art  Horrorfilm versetzt. Das „Opfer“, hier eine junge Frau, durchlebt scheinbar quälende Ängste. Todesangst – in einem chaotischen Haus –  wird uns vermittelt.

Als die Situation nach rund 50 Sekunden nahezu ausweglos erscheint und die Frau die Kettenglieder der Säge beinahe abzählen kann, da sie fast an ihrer Nasenspitze kitzeln, wird die Dramatik aufgehoben. Scheinbar will der Antriebsmotor nicht mehr so recht, so dass es der Blondine plötzlich ganz langweilig wird und das Monster auf zwei Beinen in eine peinliche Lage kommt.

Dahinter steckt die Firma Stihl (zu erkennen an der letzten Bildsequenz), welche mit schnellem und einfachem Starten ihrer Kettensägen wirbt. Ein leichtes Schmunzeln mag der ein oder andere nun auf den Lippen haben. Irgendwie ist es doch aber traurig, dass es Menschen gibt, die nur noch gereizt werden, wenn Blut spritzt.

Außerdem sollte man Werbung vielleicht nicht dazu nutzen, um zu zeigen, mit welchen Mitteln in Horrorfilmen gemordet wird. Der Zweck sollte doch besser bleiben, Holz zu zersägen. Zumal das Familienunternehmen Stihl auch mit einer ansprechenden Website glänzt. Unter anderem gibt es eine virtuelle Werksführung und die Fertigungsverfahren werden genauer erklärt.

Immerhin wird der Kunde bei dem Werbespot sicher aufmerksam, wenn auch die Werbewirkung auf ungewöhnlichem Weg erzielt wird. Zu hoffen bleibt, dass die Sägen nun weiterhin nur zu ihrem vorgesehenen Zweck gekauft werden!