Islamunterricht in der Schule – Pro & Contra

Mehr als 700.000 muslimische Kinder und Jugendliche besuchen Schulen in Deutschland und daher fordern Politiker eine konsequente Durchsetzung des Islamunterrichts an unseren Schulen. Die Bildungsministerin Annette Schavan fordert die Anstellung islamischer Geistlicher an den Schulen.

<!–

Das Thema Islamunterricht kursiert bereits seit längerer Zeit in den Medien und sorgt für eine hitzige Debatte, die die Lager in zwei Teile spaltet. Die Befürworter sehen in der Einführung des Unterrichts einen entscheidenden Beitrag zur Integration und eine „wirksame Immunisierung gegen den Extremismus“. Skeptiker hingegen befürchten, dass andere Schulfächer das Nachsehen haben werden.

Islamunterricht – Religion statt Wissen?

Kritiker des Religionsunterricht sind der Meinung, dass dieser, ganz gleich ob katholisch, protestantisch oder islamisch, abgeschafft werden soll, da es sich bei Religion um eine Privatsache handelt. Zudem werden die Kinder nach ihrer Ansicht bezüglich der Vermittlung von Mathematik, Lesen und Schreiben vernachlässigt. „Unsere Gesellschaft lebt vom Wissen von gut ausgebildeten Menschen. Nicht vom Glauben der Religiösen.“

Eine Alternative an dieser Stelle wäre hingegen das Unterrichten aller Religionen im Rahmen eines allumfassenden Religionsunterrichts. Allerdings dürfte es dabei problematisch werden, Lehrer zu finden, die den Lehrstoff ganz ohne persönliche Wertung an die Schüler vermitteln.

Vorteile des Islamunterrichts

Die Befürworter des Islamunterrichts sehen in der Vermittlung der Inhalte des Islam eine wichtige Funktion für die Beseitigung von Extremismus und der Förderung von Integration. Zudem spielt das Wissen bezüglich der Religionen eine große Rolle beim Verständnis der Geschichte und Politik des Landes. Zudem kann ein früh beginnender Religionsunterricht dazu beitragen, Religionen zu entzaubern und Vorurteile abzubauen. Dies bringt wiederum den großen Vorteil mit sich, dass die radikalen religiösen Kräfte abgemildert werden.

Religionsunterricht abschaffen?

Sollte es zu einer Einführung des Islamunterrichts kommen, so wird dies zunächst an Schulen in Nordrhein-Westfalen erfolgen, wodurch die Lehrer und Lehrpläne von der Entscheidung der Türkei abhängig sind. (Anm. vom 26.1.2012: Damit ist gemeint, dass sowohl der Koordinationsrat der Muslime als auch der DITIB in die Lehrpläne eingebunden werden, letzterer wird von einem Beauftragen der türkischen Botschaft geleitet).

Im Rheingebiet wird Islamkundeunterricht bereits seit 1999 unterrichtet und hat sich mittlerweile sogar zu einem Unterrichtsfach mit „versetzungswirksamen Noten“ entwickelt. Die Vermittlung des Stoffes erfolgt durch nicht speziell ausgebildetes Lehrpersonal, wodurch dem Unterricht günstiger Weise der Aspekt der Bekenntnis fehlt.

Von vielen Seiten wird sogar eine Abschaffung des Religionsunterrichts gefordert. Ob dies nun tatsächlich in Kraft treten soll, bedarf gründlicher Überlegungen. Sicherlich ist nichts gegen einen Religionsunterricht einzuwenden, der sich auf reine Faktenvermittlung beschränkt und Religion vielmehr von ihrem geschichtlichen Aspekt aus darstellt. Vielleicht sollten an dieser Stelle auch die anderen großen Religionen wie der Buddhismus und Hinduismus berücksichtigt werden, die vor allem für das Gebiet der Philosophie eine große Rolle spielen dürften.

Werbung
Latest Comments
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.