Integrationsschulen helfen Berührungsängste abbauen

Wenn Integrationsschulen richtig  funktionieren, können sie Kindern einen guten Weg bieten, offener mit dem Thema Behinderung umzugehen. Dies setzt jedoch in erster Linie die Toleranz der Eltern voraus.
Viele Eltern machen sich bereits früh Gedanken über die Zukunft ihres Kindes. Dazu zählt für sie vor allem auch eine gute Schulausbildung. So gibt es bereits verschiedene Modelle, die sich, auch abseits der Regelschulen, den spezifischen Bedürfnissen des Kindes widmen.  Genannt seien hier Konzepte wie Waldorf das von Maria Montessori.

Integrationsschulen kämpfen noch immer mit Vorurteilen

Die meisten Eltern haben noch immer Berührungsängste, wenn es um das Thema Integration, also Lernen mit behinderten Kindern, geht. Viele glauben bis heute, eine solche  Schulform biete ihrem Kind nicht die gleichen Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten wie an einer regulären Schule, da das Hauptaugenmerk auf der Förderung der Kinder mit Integrationsbedarf liege und somit die Qualität des Unterrichts leiden würde.

Das dies ein gut und lange gepflegter Irrglaube ist, zeigt bereits der Blick auf die Struktur solcher Schulen, wie zum Beispiel der Paul-und Charlotte-Kniese Schule in Berlin: neben integrativen Klassen, also solchen, in denen sowohl behinderte als auch nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen, gibt es auch reine Regelklassen sowie Klassen, in denen ausschließlich Kinder mit geistigen und körperlichen Einschränkungen unterrichtet werden. In den Integrationsklassen wird zudem dem Regelschullehrer ein Sonderpädagoge zur Seite gestellt, der speziell auf die Bedürfnisse der Kinder mit Einschränkung geschult ist.

Integration ja, aber richtig!

In solchen Klassen  gibt es zudem die Möglichkeit einer zielgleichen Integration, also dem Lernen nach gemeinsamem Lehrplan, oder der zieldifferenten Integration, also mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Der Unterricht wird somit den unterschiedlichen Fähigkeiten, Interessen und Möglichkeiten der einzelnen Kinder angepasst. Also grundlegend kein großer Unterschied zum Lernen in einer Regelklasse. Auch die Klassenstärke richtet sich nach der Anzahl der integrativen Schüler. Sicherlich muss dabei auch immer der Grad der Behinderung jedes einzelnen Kindes berücksichtigt werden. Auf jeden Fall jedoch bietet die Integrationsschule dem Kind, ob mit oder ohne Behinderung,  die Möglichkeit, seine Umwelt mit offenerem und toleranterem Blick kennenzulernen.

Grundvoraussetzung dafür ist jedoch immer der Integrationswille, sowohl von Seiten der Schule als auch der Eltern. Diese sollten sich daher nicht scheuen, optional auch über das Schulsystem  Integrationsschule nachzudenken. Der Besuch einer solchen Einrichtung und ein informatives Gespräch mit den Pädagogen können sicher dabei helfen, alte Vorurteile über Bord zu werfen.