Immer weniger Abiturienten wollen studieren

Zwar gibt es seit 2003 mehr Abiturienten, aber trotzdem weniger Studenten!

Generell sind die jungen Menschen ehrgeiziger geworden in den letzten Jahren, so gibt es immerhin siebzehn Prozent mehr gymnasiale Schulabgänger, jedoch wollen diese offensichtlich nicht studieren: Denn die Zahl der Studenten fiel um fünf Prozent.
Und achtundzwanzig Prozent der Abiturienten finden sich in betrieblichen Ausbildungen wieder.

,,Die Zeit während des Studiums war die schönste Zeit meines Lebens!“ – So schwärmt mir des Öfteren mein Vater vor, wenn das Thema aufkommt. Doch damit ist jetzt Schluss. Bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr herum bummeln und so zu tun, als ob – ist nicht mehr. Die Einführung des Bachelor-Studiums zwingt die jungen Leute zu mehr Eigendisziplin, zudem ist es extrem ,,verschult“, sprich, man kommt im Grunde vom Regen in die Traufe: Da war man eben noch froh, die altbacken Schule endlich hinter sich zu lassen, schon gehts in die nächste. Aufgrund der Strenge macht es vielen aber auch Angst: Kann ich das überhaupt schaffen?

Ein weiterer Punkt sind die Studiengebühren, die ja nunmal mit ihren fünfhundert Euro auch nicht gerade wenig sind. Viele können sich das schlichtweg nicht leisten oder sind auch nicht bereit, sich schon in jungen Jahren so hoch verschulden zu müssen.
Überhaupt ist Geld ein großes Thema: Denn wie finanziere ich überhaupt meine Lebensunterhaltungskosten?
Auch die sind nämlich in den letzten Jahren extrem in die Höhe geschossen und nicht mal eben aus dem linken Ärmel zu schütteln.

Und ein letzter Gesichtspunkt, den ich aufführen möchte: Der Numerus Clausus. Längst ist es gar nicht mehr so einfach, überhaupt an einen Studienplatz heran zu kommen! Die Anforderungen sind oftmals viel zu hoch angesiedelt, so hoch, dass sie für den normalen Abiturienten gar nicht zu erreichen sind.

Die Situation spitzt sich also zu, auch insbesondere deshalb, da unsere Wirtschaft über fehlende Akademiker klagt, besonders im Ingenieur-Bereich. Nur, wie es in den Wald schallt, so schallt es ja auch wieder heraus, oder?
Wenn unsere Politik es uns Studenten so schwer macht, sollte sie sich nicht wundern, dass wir lieber eine Lehre absolvieren, statt eines teuren Studiums. Ich als Studentin kann mitreden, ich habe selber schon drei Jobs nebenher jongliert, um mir mein Leben und mein Studium zu finanzieren. Spaß ist definitiv was anderes. Und die ,,schönste Zeit meines Lebens“ ist das auch nicht, mit maximal vier bis fünf Stunden Schlaf und einen abgehetzten Tagesablauf. Viel schlimmer ist aber eigentlich, dass auch das Studium unter so einer Situation leidet: ,,Extrawürste“ für ein bestimmtes Fach anfertigen – für solche Sachen fehlt schlichtweg einfach die Zeit.

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