Immer mehr Technik in den Schulen

Technik wird immer wichtiger für den Europäer. Aber auch aus dem Klassenzimmer ist die fundamentale Technick nicht mehr wegzudenken.

Collegeblöcke, die neben Strichmännchen, Liebesbriefchen und Eselsohren eben auch mathematische Formeln und physikalische Zusammenhänge enthalten, flattern meist noch jahrelang in den Schubladen herum. Ich finde heute noch im Elternhaus alte Schulhefte, in denen ich neben Chemie auch kleine Herzchen reingemalt habe 😉 . Fleißig haben wir damals den Füller geschwungen und in der Grundschule uns noch über die schönste Schrift gestritten. Wer schrieb am kleinsten? Wer am schönsten? Und wer kleckste im Grunde nur herum? Die Schrift war schon wichtig, als Siebenjährige. Schönschreiben eine schulische Kunst.

Das wandelte sich natürlich mit den Jahren. Zuerst hielten wir Referate noch an der Tafel und mit selbstgeschriebenen Hilfspapieren in der Hand. Mit Kreide malten wir die Landkarten selber auf das dunkle Grasgrün und mit dem Zeigestock zeigten wir wie ein alter Professor auf elementare Informationen. Einige Jahre später nannte sich die Geschichte dann schon ,,Präsentation“ und wurde mittels Power-Point auf die Wand projiziert. Anstatt mit Kreide zu malen, genügte ein Knopfdruck, um die Weltkarte detaillgetreu und farblich aufleuchten zu lassen.

Und noch ein paar Jahre später wurden schon Schulhefte abgeschafft. Plötzlich drückten in meinem Klassenzimmer in der Oberstufe die Kameraden ihre Nasen an einem Laptop-Bildschirm platt und das eifrige Tastatur-Geklappere hallte durch die Stille in den Fluren. Leute wie ich kritzelten derweil nervös mit dem Kugelschreiber auf Zetteln herum und kamen sich dabei seltsam altbacken vor. Immerhin besaß ich ja schon einen altersschwachen Pc, der alle zwei Wochen neu formatiert werden musste, aber ein Laptop? Das verlockende Ding schien aus einem futuristischen Film. Doch aber nicht in meiner unmittelbaren Umgebung! Und wie konnten die sich das überhaupt leisten?

Jetzt als Studentin besitze ich natürlich auch einen Laptop. Anstatt in die Bücherrei zu rennen, suche ich bei google. Und Collegeblöcke liegen auch nur zur Zierde in meiner Bude herum. Die Technik wird ein immer wichtigeres Utensil in der Schule. Zuerst waren es nur die schillernden, heiß begehrten Computer-Räume. Bald wird jeder Schüler selber mit seinem eigenen Laptop vor der Tafel sitzen. Und überhaupt Tafeln. Auch das wird sicherlich bald völlig digitalisiert werden und nur noch zum Staub fangen benötigt.

Wie man diese Entwicklung findet, ist nonsense. Denn aufhalten lässt sie sich nicht. Dazu ist Technik zu verlockend und vereinfacht viele Dinge viel zu sehr. Und zusätzlich ist niemand bereit, drei Schritte zurück zu gehen. Oder noch schlimmer: Anderen Schulen hinterherzuhinken. Daher bleibt einem nur eines: sich auf die kommende Entwicklung einzulassen und einzustellen.

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