Hochbegabung erkennen

,,Der Philip stört andauernd den Unterricht!“ – Bei so einem Satz schrillen schnell die Alarmglocken vieler Eltern. Da fluten Schlagworte wie ,,Hyperaktivität“ oder ,,hochintelligent“ die erhitzten Köpfe und es wird herum gerätselt, was nicht stimmt, mit dem Jungen. Einfach nur faul oder tatsächlich hochbegabt?

Ich entsinne mich noch genau, wie mein sechsjähriger Bruder mich vor versammelter Mannschaft völlig blamiert hat. Ein Mädchen wollte etwas über ein bestimmtes Sternenbild wissen und ich – die überstolze große Schwester – habe mich natürlich sofort in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gedrängelt und drauf los geschwafelt. Da zupfte mein kleiner Bruder mich unschuldig am Hemdzipfel, gönnerhaft ließ ich ihn gewähren, woraufhin er mit engelsgleicher SingSangStimme dem Puplikum erklärte, dass ich vollkommen daneben liege und eigentlich keine Ahnung habe. Er wusste es besser. Eigentlich weiß er fast alles besser, wenn es um das Universum und ähnliche ungeklärte Fragen geht.

Mit Mitschülern kann er nicht soviel anfangen, mit seinen Geschwistern auch nicht. Irgendwie will niemand so recht verstehen, was in ihm vorgeht. Das hat zur Folge, dass er oftmals die Nachmittage allein in seinem Zimmer mit seinen unzähligen Büchern verbringt, isoliert, einsam und – unsagbar traurig.
Hier resignieren Eltern oftmals, schleppen die Kleinen von einem zum nächsten Arzt, lassen herum diagnostizieren und verabreichen ein Medikament nach dem nächsten.
Dabei fehlt den Kindern doch überhaupt nichts, außer vielleicht Verständnis von außen.

Erst einmal gilt es zu erkennen, ob mein Kind hochbegabt ist. Da gibt es vierlerlei Hinweise: Das Kind spielt den Klassenclown, damit andere ihn akzeptieren und die Lehrer ihn beachten oder er schreibt schlechte Noten, obwohl allgemein bekannt ist, dass er intelligent ist. Des Weiteren kann Langeweile und Unterforderung darauf hinweisen.

Und dann? Hochbegabt, ja, und wie gehts weiter? Schwierige Frage, auf die es keine richtige oder falsche Antwort gibt. Wichtig erst einmal ist die völlige Akzeptanz und das Verständnis seiner Familie. Dann muss das Kind auch ausreichend gefördert werden – nämlich seinen persönlichen Bedürfnissen entsprechend. Das kann beispielsweise eine Schule für Hochbegabte sein. Oder spezielle Förder-Nachhilfe. Wichtig aber ist, dass sich das Kind nicht ausgegrenzt fühlt – ob nun in der Schule oder in der Familie. Und auch da ist – wie in so vielen Themengebieten – Kommunikation das Zauberwort!

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