„Hilf mir, es selbst zu tun!“ – Die Montessori-Schule

Individuell, liberal, selbstständig – Ein pädagogisches Konzept, dass den Schüler in den Mittelpunkt stellt. Eine Alternative zum klassischen Frontaluntericht bietet neben der bereits vorgestellten Walldorfschule auch die Montessorischule.

Das klassische deutsche Bildungssysthem steht spätestens seit Pisa unter massiver Kritik. Alternative Schulsystheme gewinnen dadurch an Attraktivität. Dennoch klingen Begriffe, wie kosmische Erziehung, vorbereitende Umgebung und geistige Autonomie befremdlich. Dass aber dahinter ein interessanter pädagogischer Ansatz steht, der seinen Schwerpunkt auf die Förderung individueller Interessen der Schüler legt, blieb leider bislang weitgehend unbekannt.

Der Schüler hat die Freiheit selbst zu entscheiden zu welchem Zeitpunkt er sich wie lange mit welchem Thema auseinandersetzen möchte. Alle nötigen Materialien stehen ihm dazu jeder Zeit zur Verfügung. Die Arbeismaterialien sind nach Montessori-Art auf alle Sinne des Kindes ausgerichtet, so soll das Be-greifen durch tatsächliches Ertasten erleichert werden. Auf Benotung, Bestrafung, aber auch Belonung wird weitestgehend verzichtet. Die Lehrer stehen den Schülern begleitend zu Seite und versuchen ihre Interessen zu erkennen und zu fördern.

Begründet wurde die Montessoripädagogik 1906 von der Italienerin Maria Montessori. Sie entwikelte ihre Theorie an Hand ihrer Arbeit mit angeblich lernbehinderten Kindern. Dabei stellte sie fest, dass die Lernbehinderung in einem Mangel an Förderung bestand, der durch ihre pädagogischen Methoden behoben werden konnte. Die Montessori-Methoden eignen sich tatsächlich auch sehr gut zur Förderung geistig behinderter Menschen.

Der künstlerische Bereich steht in der Montessori-Schule leider hinten an, ganz im Gegensatz zur Waldorfschule. Zudem ist fragwürdig ob die Schüler nach ihrer Schulzeit unserer leistungsorientierten Gesellschaft gewachsen sind. In jedem Fall bleibt es ein sehr interessantes Konzept, dass mehr Beachtung verdient.

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