Hauswirtschaft – kochen lernen in der Schule?

Hauswirtschaft ist ein stark gehasstes Fach in Deutschlands Schulen.

,,Lass uns was kochen…. ich hab Toast da!“ Diese StudiVZ Gruppe hätte von mir gegründet werden können und ich denke mal, von vielen Studenten ebenfalls. Kochen ist eine Geschichte, über die sich immer weniger Gedanken gemacht wird. Aber wenn du erst einmal monatelang einzig allein von Toastbrot gelebt hast, weißt du, wie es sich anfühlt, wenn dein Körper so richtig nach einem blutigen Stück Fleisch verlangt 😉 .

Auch ich hatte Hauswirtschaft. Ich erinnere mich dunkel an den Tag, an dem wir Apfeltörtchen gebacken haben. Die waren echt lecker. Und um meiner Familie das zu beweisen, buk ich zuhause gleich nach. Nur ohne die Stückchen, weil ich die nicht mochte. Also sagte ich: ,,Ich backe euch Apfeltörtchen ohne Apfelstückchen“ und am Ende kamen flache, schwarze Steine heraus, mit denen du jemanden hättest erschlagen können. Nicht einmal die Hühner trauten meiner seltsamen Kreation. Das war dann das letzte Mal, dass ich mich jemals dazu bewegen habe lassen, zu kochen, zu backen oder ähnliche Dinge, bei denen man Lebensmittel verwertet.

Ich finde dieses Schulfach grenzwertig. Wenn Hauswirtschaft bedeutet, in der Schule kochen zu lernen, finde ich, das gehört da so nicht hin. Natürlich ist die gesunde Ernährung wichtig und darf gerne mit einbezogen werden, jedoch sollte es nicht übertrieben werden. Da könnte die Zeit einfach sinnvoller genutzt werden – Sport beispielsweise, was den Apfeltörtchen entgegen wirkt. Übergewichtig sind viele unserer Jüngsten ohnehin schon.

Wenn aber Hauswirtschaft seine Inhalte erweitert und beispielsweise auch wirklich den ganzen Haushalt mit einschließt, finde ich es schon wieder diskutabel. Denn viele junge Menschen haben anfangs Schwierigkeiten damit, seinen Haushalt beisammen zu halten und zu organisieren. Da gehören viele Kleinigkeiten hinzu, die man ohne Anleitung so schnell nicht auf die Reihe bekommt: Wie wasche ich richtig? Was bedeutet der Begriff ,,Sauberkeit und Hygiene“ eigentlich nun konkret? Und natürlich auch: Wie plane ich die Essenszubereitung?

Wie ihr ja sicherlich schon bemerkt habt, bin ich ein Befürworter der Theorie, dass Schule nicht ausschließlich Bildung bedeuten sollte, sondern auch die Einbeziehung der Fähigkeit, lebenswert zu leben 😉 . Und aus Selbsterfahrung kann ich sagen, dass es schon ein gewaltiger Einschnitt bedeutet, wenn man von heute auf morgen selbstständig ist und niemand da gewesen ist, um dir zu sagen, wie das so läuft jetzt. Wo melde ich mich um? Und wo überhaupt? Mit Eltern, die einem vieles erklären (unterstützen – nicht abnehmen!) ist das natürlich optimal. Aber in unserer verwirrten Gesellschaft sollte man nicht mehr davon ausgehen, dass das nur noch Sache der Familie ist.

Nur, wie alles, muss das in einem gewissen Rahmen passieren. Sprich: Alle zwei Wochen eine Stunde lang hauswirtschaften, finde ich vollkommen in Ordnung. Mehr sollte es dann auch nicht sein. Ab und an auch mal Apfeltörtchen backen – meinetwegen. Aber wie gesagt, dabei sollte etwas gelernt werden, mit dem man auch später wirklich etwas anfangen kann.

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