Gruppierung in der Schule

Erinnern Sie sich an Ihre Schulzeit? Was waren Sie damals? Ein eingefleischter Lederjacken-Rocker, der rauchend am Schulgeländer ganz cool erklärte, er würde niemals Spießer werden? Was sind Sie heute? Ein Spießer? 😉

 

Wer so einen Schulhof besucht, stellt staunend fest, wieviele einzelne Gruppen sich dort eigentlich tummeln. Für unsere Jugendlichen ist es mittlerweile ganz besonders wichtig, ihre Individualität in den Schutz einer Kultur zu stellen, sich dort zu finden und weiter zu entwickeln. War das bei Ihnen auch so?

Ich hatte so eine Phase mit fünfzehn. Meine beste Freundin war mit ihren blau-grünen Haaren, ihrem zerrissenen Pauli-Pulli und den zerfetzten Karo-Hosen ein eingefleischter Punk. Sie rebellierte gegen das allzu normale Zuhause, dem sie versuchte zu entfliehen und zerrte mich auf allerhand Bewegungen mit. Insbesondere Demonstrationen gegen sogenannte Faschisten. Ich schloss mich der Bewegung für ganz kurze Zeit an, eben aufgrund meiner besten Freundin und weil ich beinahe verzweifelt nach Gleichgesinnten suchte, die sich von der Masse abheben und sich nicht nur für die nächste Party interessieren.

Das ging ganze zwei Monate ,,gut“, sehr bald stellte ich fest, dass ich da nicht hinein gehöre. Weder falle ich gern aufgrund provokanter Kleidung auf, noch habe ich einen besonderen Bezug zur linken Politik. Sehr bald schon endeten gemütliche Rotwein-Abende in hitzigen Streit-Debatten, in denen ich mich meiner Gruppe immer weiter entfremdete und mein Ich durch die vielen Reibungspunkte sehr viel intensiver erfuhr, als würde ich dem Ganzen zustimmen.Danach ging ich mit gestärktem Selbstbewusstsein los und fand wirkliche Freunde.

Es gibt aber noch allerhand mehr Subkulturen, beispielsweise die Emo´s – die sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit erfreuen. Emo war früher eine musikalische Richtung, in der extreme Gefühle ihren Ausdruck fanden. Heute sind Emo´s die besonders sensible Gruppierung junger Menschen. Und nicht zu verachten die Straight Edge´s, die keinen Alkohol trinken, keine Drogen nehmen, nicht rauchen, keinen Kaffee trinken und Sex vor der Ehe für äußerst fragwürdig empfinden. Die sind besonders offen, tolerant und wollen sich einer bewussteren Lebensweise zuwenden. Die Öko´s, Hippie´s, Rocker und all die anderen größeren Bewegungen dürften Sie ja wohl selber noch allzu gut kennen 😉 .

Und falls es Sie beruhigt: Meine beste Freundin, die jahrelang propagiert hat, sie würde sich niemals den gesellschaftlichen Konventionen zuwenden, ist jetzt einundzwanzig, hat eine kleine Tochter, einen lieben Mann und baut gerade ihr Haus 😉 .

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