Facharbeiten

In der gymnasialen Oberstufe, sprich in den Klassen 11-13, dürfen Schüler sogenannte Facharbeiten verfassen. Facharbeiten werden nur akzeptiert, wenn sie mindestens ein „Ausreichend“ erhalten – die entsprechende Punktzahl wird dann, multipliziert mit Vier, auf die Punktzahl der Abiturnote angerechnet. Kurz gesagt: Selbst wenn Du einen Schnitt von 3,7 hast, kann eine Facharbeit Dir helfen, da statt der Note die Punktzahl zählt – und damit kannst Du nur gewinnen. Ehrlich gesagt, hilft eine Facharbeit sogar bei einem 3er-Schnitt mehr, als bei einem 1er-Schnitt: Im letzteren Fall kann sie die Abi-Note – theoretisch – um etwa 0,2 Punkte verändern, im ersteren Fall ist mehr drin.

Der Aufwand lohnt sich also allemal.

Wer sich einmal durchgerungen hat, zu schreiben, steht vor der Qual der Wahl: Welches Thema? Welches Fach? Grundsätzlich sollten Facharbeiten nur im Bereich der Leistungskurse geschrieben werden, aber der kann ziemlich weit ausgelegt werden. Die Sprachen- und Sozialwissenschaften überschneiden sich ebenso oft wie Physik, Biologie und Chemie. Das Thema (und, bestenfalls: das Inhaltsverzeichnis) sollte mit dem betreuenden Fachlehrer abgesprochen werden; und dann geht’s los. Umberto Ecos kleines Buch „Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt“ ist zwar eigentlich für Oberschüler etwas zu detailliert; aber die Mühe der Lektüre – und der Anwendung – wird von geschmeichelten Lehrern 😉 vielfach belohnt. Verschiedene andere Bücher beschäftigen sich speziell mit schulischen Facharbeiten in Deutschland. Wenigstens eines sollte man gelesen haben. Lerne richtig zitieren etc. Denn bei der Facharbeit kommt es nicht zuletzt auch auf die korrekte Form an.

Sind Thema, Fach und betreuender Lehrer gefunden, kann die eigentliche Arbeit beginnen. Eine Facharbeit sollte innerhalb von 12 Wochen verfasst werden. Das ist reichlich; besonders, wenn man sich im Voraus über den Umfang der anstehenden Lektüre informiert – und vielleicht sogar damit begonnen – hat. Es ist wichtig, während des Lesens und Notizensammelns das Thema der Arbeit nicht aus den Augen zu verlieren. Eine Facharbeit ist keine Diplom- oder Magisterarbeit – ausufernde Anhänge und Exkurse sind nicht notwendig! Angesichts mancher Themen – besonders in Geschichte und Deutsch – ist es wichtig, konzentriert und zielorientiert zu arbeiten, um nicht vom Hundertsten ins Tausendste zu gelangen.

Die Unterstützung der Lehrer ist unterschiedlich. Manche meinen, es reiche, wenn sie die Arbeit nach zwölf Wochen abnehmen, durchsehen und benoten. Andere stehen mit Rat und Tat zur Seite und bestehen auf regelmäßigen Treffen. Letztere sind natürlich die Besseren; schon allein, weil ein Schüler, der dergleichen noch nie schreiben musste, recht wenig Erfahrung mit dem wissenschaftlichen Arbeiten hat. Aber auch, wenn Du an einen anderen Typ gerätst: Nicht aufgeben! Wie gesagt, lohnt die Facharbeit in jedem Fall; und spätestens auf Deinem Abiturzeugnis macht sich ihr Einfluss deutlich bemerkbar.

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