Eltern aggressiver gegenüber Schulen

Eltern haben mittlerweile oftmals überzogene Erwartungshaltungen gegenüber der Schule ihres Kindes.

Wenn ein Kind mit schulischen Problemen nach Hause kommt, werden oftmals die Fehler und die Schuldigen in den Lehrern und in der Schule gesucht. Es sind nicht mehr die Eltern oder die Schüler selbst, die die leistungsspezifischen Defizite zu verantworten haben, sondern jetzt ist einzig allein der Lehrer an der Misere Schuld.

Oftmals endet so eine ,,Meinungsverschiedenheit“ mittlerweile vor Gericht. Keine schöne Entwicklung, wie ich finde. Wo es früher üblich gewesen ist, dass Schule und Eltern Hand in Hand gearbeitet haben, so wird die Schule heute als Dienstleistungsunternehmen behandelt. Mit erhobenen Hauptes spazieren viele Eltern in das Gebäude und geben dem Lehrer die Schuld für das Versagen des Kindes.
Lehrer werden angeklagt, öffentlich an den Pranger gestellt und zur Verantwortung gezogen, wo sich Eltern längst an die eigene Nase hätten fassen müssen.

Kein Wunder, dass wirklich gute Lehrer schlichtweg ,,Mangelware“ an Deutschlands Schulen geworden sind. Ich würde selber auch kein Lehrer sein wollen, wenn ich meine Arbeit permanent verteidigen müsste, obwohl ich im Grunde genommen nur eines möchte: Dem Kind etwas beibringen. Und ihn auf diesem Weg ein Stück zum Erwachsenwerden begleiten.
Aber es ist ja auch so wunderbar bequem, die Steine auf den Sozialpädagogen zu werfen, anstatt sich zu fragen: Was habe eigentlich ich in dieser Geschichte ,,verbockt“?
Und es ist auch anstrengend, sich mit seinem Kind hinzusetzen und die Probleme zu analysieren. Wie ist es überhaupt zu den Defiziten gekommen? Eine Lernschwäche? Oder schlichtweg Faulheit? Oder steckt vielleicht noch ein vielschichtiges, größeres Problem dahinter? Und daraus dann die Konsequenzen zu ziehen.
Sowas macht einfach keinen Spaß. Da verklagen wir eben jemanden, schieben ihm den ,,schwarzen Peter“ zu und lehnen uns abends ganz gemütlich und selbstzufrieden in unserem Sessel zurück.
Klinge ich anklagend? Vielleicht. Aber ich halte auch nicht viel davon, mit dem Zeigefinger keifend auf jemand anderes zu zeigen, nur weil man die Aufmerksamkeit von sich selber lenken möchte. Davon mal abgesehen: Wer im Glashaus sitzt, sollte einfach nicht den ersten Stein schmeißen!

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