Einführung des Zentralabiturs

An vielen Gymnasien wird nun das Programm des Zentralabiturs durchgeführt, um die Qualität unserer Schulen auf ein gleiches Niveau zu bringen. Aber ob das tatsächlich so effektiv ist, wie behauptet, ist und bleibt bestritten.

Als ich auf dem technischen Gymnasium (welches nun offiziell berufliches Gymnasium heißt) anfing, wurde auch heiß darüber diskutiert, dass die Einführung des sogenannten ,,Zentralabis“ immer näher rückt und ob dies tatsächlich sinnvoll wäre.
Zentralabitur bedeutet dabei genau, dass die Schüler aller Gymnasien in den schriftlichen Abschluss-Prüfungen dieselben, vorher auch für jeden Lehrer unbekannten, Aufgaben zugeteilt bekommen, zusammen gestellt von ,,ganz oben“, sozusagen.

Als wir auf das Zentralabitur vorbereitet wurden, ließen die Probleme nicht lange auf sich warten: Da waren plötzlich überforderte Lehrer, die keine Ahnung hatten, wie sie uns auf etwas vorbereiten sollten, von denen sie selbst nicht wussten, was genau da auf sie zukam. Schüler, die dem plötzlich viel strafferen Stoff nicht gewachsen waren und Leistungspläne, die einfach keinen Sinn ergaben.
Unsere eigentlich recht innige Beziehung zum Tutor litt gewaltig darunter, dass dem Mann die Hände gebunden waren und er nicht mehr gezielt auf uns als individuelle Klasse eingehen konnte und auch nicht durfte.
Und natürlich waren es letzendlich die Noten, die stetig sanken.

Kurzum: Ich kann dem Programm nur unter großen Vorbehalten zustimmen. Natürlich mag es eine sinnvolle Überlegung sein, dass alle Schulen auf ein gleiches, gängiges Niveau ,,erzogen“ werden, jedoch geht das auf Kosten der individuellen Förderung. Schüler werden so zur Massenabfertigung, eine Massenware, die irgendwie ,,an den Mann gebracht“ werden muss. Lehrern wird ihre gesamte Flexibilität genommen und da sie von dem strengen Leistungsplan kaum bis gar nicht abweichen können, müssen sie besondere Qualitäten einer Klasse einfach übergehen. So geht meines Erachtens nach viel Potential verloren und was bleibt, ist der Frust überforderter Schüler und auch Lehrer, die ihre Motivation und den Sinn ihrer Arbeit verlieren.

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