Eine Reform des Bildungssystems in Deutschland ist unumgänglich!

Dieser sehr interessante Artikel erschien am 11.04.2008 im Tagesspiegel. Es geht darin um die Differenz zwischen der Leistung der Kinder an deutschen Grundschulen und dem, was 15jährige nach dem Aufteilungsschritt zum Grundschulende zu leisten im Stande sind.

Bewegt sich Deutschland bei den jüngeren Schülern im europäischen Spitzenbereich, so sackten die Vergleichswerte bei Betrachtung der älteren Schüler schnell in katastrophale Regionen ab. Der Tagesspiegel nennt als Grund das deutsche Schulsystem und Mängel in der Unterrichtsgestaltung. Konkret sei das Schulsystem viel zu differenziert und es sei eine Reform notwendig, die weniger verschiedene Schulen hinterlasse. Außerdem sei innerhalb der einzelnen Schulen eine höhere Differenzierung zwischen „guten“ und „schlechten“ Schülern notwendig, die dann nicht nach Klassen, sondern nach Leistung unterrichtet werden sollen.

Wie ich finde, ist das ein wirklich wichtiger Punkt, was das deutsche Bildungssysstem angeht. Wir haben im Moment eine Grundschule, der die Aufteilung in Sonderschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule folgt. Dabei ist zumindest die Trennung zwischen Haupt- und Realschule meiner Meinung nach vollkommen sinnfrei.

Wer heutzutage Hauptschüler ist, kann sich die Aussichten auf eine Ausbildung schenken und wird meistens von vollkommen überforderten Lehrkräften unterrichtet. Das Gymnasium ist in seiner früheren Exklusivität so schon lange nicht mehr vorhanden. Wo leere Klassenzimmer zunehmend Realität werden, ist eine Zusammenlegung außerdem ökonomisch sinnvoll.

Eine Zusammenlegung der einzelnen Schulen ist nur auf den ersten Blick unmöglich. Würde nämlich auf den Schulen nach Leistung unterrichtet, und so nicht dem überkommenen Hierarchie-Gedanken („du lernst wenig, dir bringen wir nichts bei!“) gefröhnt, dann würde nicht eine Hälfte der deutschen Jugend bei der Schulbildung unter den Tisch fallen. Gleichzeitig wäre ein Exzellenz-Unterricht mit Hochbegabten möglich.

Damit das so durchführbar wäre, müsste man den Lehrern, die sich mit anstrengenden Schülern auseinandersetzen, genausoviel oder sogar mehr bezahlen. Wer will denn im Moment mit den Kindern arbeiten, die Mathe nicht sofort verstehen, aber gleichzeitig rotzfrech sind? Ohne Anreize wird das nichts. Außerdem wären Fortbildungsprogramme für die existierende Lehrerschaft notwendig, weil die teilweise nicht mal mehr ungenügende Qualifikationen im Umgang mit Jugendlichen aufweist.

Klar, dass die Politik diese Ausgaben und den damit verbundenen Trubel scheut, lieber wird weiterhin in alten Bahnen vor sich hingepaukt, ohne dass irgendwelche Verbesserungen in Sicht wären.

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