E-Postbrief – Der digitale Brief Service der Post in der Kritik

Der E-Postbrief soll eine neue Ära des Briefe Schreibens eröffnen. Er soll die Einfachheit einer E-Mail mit den Vorteilen eines richtigen Briefes verbinden. Bisher hagelt es anstatt Lob allerdings hauptsächlich Kritik für den neuen Service der Post.

Briefe online verfassen und anschließend physisch per Post verschicken hat zumindest einen Vorteil: man spart sich den Weg zu Post. In Zeiten des boomenden Geschäfts mit sämtlichen Arten von Alltagserleichterungen sollte doch auch der E-Postbrief gut bei den Bürgern ankommen. Das könnte man zumindest meinen. Von einem boomenden Geschäft kann man beim E-Postbrief bisher allerdings nicht sprechen. Anstatt dessen fliegen der Deutschen Post Kritik und Klagen nur so zu. Woran das liegt haben wir herausgefunden.

E-Postbrief in der Kritik

Die Stiftung Warentest war eine der ersten Institutionen, die den neuen Service der Post einmal getestet hat und kam zum Ergebnis, dass der Dienst durchaus verbesserungswürdig sei. In vielen Punkten ließe er an Verbraucher– und Bedienungsfreundlichkeit noch zu wünschen übrig.

Vor allem die Anmeldung beim Service der Deutschen Post sei äußerst umständlich. In mehrstufigen Absicherungsverfahren werden Bestätigungscodes aufs Handy und nach Hause geschickt, sowie die Identität des Nutzer mittels Post-Ident-Verfahren überprüft. Dieser Prozess konnte gerade in der Anfangsphase 3-4 Wochen dauern. Mal eben schnell einen Brief verschicken? Fehlanzeige!

Auch bestehen Zweifel an der suggerierten Sicherheit des Verschlüsselungssystems der Briefe. Laut Post sei der E-Postbrief sicherer als eine herkömmliche E-Mail. Aber in der Vergangenheit belegen Tatsachen das auch die TSL-Technik durchaus Sicherheitslücken aufweist.

Die Preise der Produkte scheinen auf den ersten Blick gleich zu bleiben. Jedoch nur ein elektronischer Brief bis 20 Gramm kostet genauso viel wie ein normaler Brief, nämlich 55cent. Übersteigt der Brief das Gewicht, wird für jede zusätzliche Seite ein Aufschlag von 10 Cent berechnet. Das kann schnell zum teuren Spaß werden. Auch das elektronische Einschreiben ist, wenn es anschließend physisch verschickt wird deutlich teurer als ein in der Filiale aufgegebenes. Zum Vergleich: Ein Einschreiben in der Filiale kostet 3,85 Euro, ein elektronisch aufgegebenes 4,58 Euro.

Streit E-Postbrief – DE-Mail

Zusätzlich zur Kritik meldet sich nun auch noch ein Konkurrenzanbieter zu Wort und verklagt die Deutsche Post. United Internet, ein Konglomerat aus 1&1, GMX und Web.de, will ebenfalls einen elektronischen Briefdienst namens DE-Mail auf den Markt bringen. Die Deutsche Post verhindere jedoch die Vorbereitungen zur Einführung durch die Blockade des Post-Ident-Verfahrens, so die Anklage. Was wirklich dran ist an den Vorwürfen, wird sich erst bei der Verhandlung herausstellen. Diese soll am 23. Dezember am Kölner Landgericht ausgetragen werden.

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