Du darfst Werbung – Mit Paul zum Wohlfühlgewicht

Du darfst Werbung ist eine der vielen, die mit Dove und Co. auf den „normale Models“ Zug aufgesprungen ist. Nachdem immer mehr Kampagnen mit kurvigen Frauen warben, fasste auch Du darfst sich ans Herz. Kein Wunder, denn den langbeinigen Garnelen aus den damaligen Du darfst Werbungen hat man bis zu diesem Zeitpunkt nie abgenommen, dass sie noch einige Pfunde verlieren wollen bzw. die Vorstellungskraft reichte nicht soweit sich auszumalen, wo die Pfunde purzeln sollten.

Nun ist auch die Du darfst Werbung umgekrempelt worden. Normale Frauen, normale Figuren und ein normal erscheinender Alltag packt die Frauen dort, wo sie getroffen werden sollen. Die Diät-Produkte von Du darfst widersprechen meiner Meinung nach jedoch der Marketingstrategie. Fühl dich wohl so wie du bist, aber nimm doch noch etwas ab?

Du darfst Werbung – Du darfst so viel essen wie du magst?

Du darfst Werbung möchte ein Wohlfühlgefühl vermitteln, welches jede Frau bekommt, wenn sie Du darfst Light Produkte isst. Denn diese sollen es möglich machen ganz von alleine abzunehmen und sich einfach wohl in der eigenen Haut zu fühlen. Doch genau in dieser Aussage liegt auch schon der Widerspruch, denn wenn sich die Frau in ihrem jetzigen Zustand wohlfühlen soll, wieso muss sie dann Light Produkte von Du darfst essen?

Gleichzeitig sehe ich noch eine Gewisse Schwierigkeit im Markennamen „Du darfst“, denn dieser spornt die ein oder andere Frau bestimmt zu einem massenhaften Konsum an. „Ist light, dann darf ich ja“. Eben nicht, nur wenn man 5 kg zulegen möchte, doch genau hier kann man die großen Nachteile von Diät Produkten betrachten. Auch bei „Du darfst“ Produkten „Darfst du nur in Maßen essen“.

Die neuen Gesichter von „Du darfst“ zeigen Schwächen und machen damit allen frustrierten Frauen auf dem Sofa zu Hause ein gutes Gefühl. „Ach schau mal, die trägt ja noch viel hässlichere Unterwäsche, als ich“, „mein Hintern sieht mindestens genauso gut aus“, „schau mal bei ihr läuft auch nicht alles glatt“. Ich bin auch der Meinung, dass die Werbung nicht immer so stark idealisiert werden sollte, doch die andere Seite des Lebens wird von der Werbeindustrie genauso überspitzt dargestellt und entspricht der Wahrheit genauso wenig. Sie soll den Zuschauern nur ein besseres Gefühl geben.

Hier geht es auf die offizielle Homepage von Du darfst.

Wer ist eigentlich Paul?

Der größte Erfolg von Du darfst Werbungen, war die, mittlerweile jedem bekannte, „wer ist eigentlich Paul Werbung?“. Eine normale (immer noch sehr schlanke) Frau räkelt sich vor dem Spiegel und trifft Aussagen wie „Paul findet meinen Busen zu klein und meinen Hintern zu dick“. Bei diesen Äußerungen sollen die Köpfe der Frauen vor dem Fernseher anfangen zu rauchen, denn „Was fällt diesem Paul eigentlich ein“?. Am Ende der Werbung wird die Aussage getroffen „Wer ist eigentlich Paul“ und „Ich finde mich eigentlich ziemlich okay“. Genau in diesen Statements wird der Frau vermittelt, dass sie von jedem so akzeptiert werden sollte, wie sie ist und das man Typen wie Paul einfach vergessen sollte.

„Nimm dich, wie du bist“, aber nimm doch etwas ab? Widersprüchlich, aber die Werbung war ein voller Erfolg. Es scheint fast so, als müssten Werbungen heute ausschließlich unterhaltsam sein, dann verkaufen sich die Produkte wie von selbst.