Cyber Mobbing: Eltern mobben mit

Cyber Mobbing oder Cyber Bullying ist die neueste Methode des Mobbings, nämlich über Handy und Internet. Neuerdings sind jedoch nicht mehr nur Schüler betroffen, sondern sogar die Lehrer und das nicht nur von pubertierenden Schülern – nein, die Eltern mobben mit.

Das Internet-Zeitalter macht Cyber Mobbing möglich. Schüler erstellen Gruppen über einzelne Lehrer, laden Videos aus dem Unterricht hoch, fertigen sogar gefälschte Facebook-Accounts mit peinlichen Fotos und haufenweise Kommentaren an. Das Verrückte an der Sache ist allerdings, dass  sich Eltern mit ihrem Unmut über Lehrer nicht mehr an die Schulbehörde wenden, sondern auch die Methode des Cyber Bullyings anwenden.

Ursache des Cyber Mobbing

Der Begriff mobben kommt aus dem Englischen „(to) mob“ und bedeutet anpöbeln, angreifen, bedrängen oder über jemanden herfallen. Mobbing steht im weitesten Sinne für Psychoterror am Arbeitsplatz. Mobbingforscher, welche die Ursachen für die Entstehung des Mobbings erforschen, gehen davon aus, dass Menschen zu Mobbern werden, um ihr schwaches Selbstvertrauen zu kompensieren. Demnach werden die Opfer als Prügelknaben für ihre eigenen negativen Emotionen ausgenutzt. Dem Mobbing fallen meist Menschen zum Opfer, die ängstlicher, unterwürfiger und konfliktscheuer Natur sind.

Wir befinden uns in einem Zeitalter, in dem der Mensch überwiegend über das Internet kommuniziert. So verhält es sich nun auch mit dem Mobbing. Dieses findet nicht mehr direkt statt, sondern das soziale Netzwerk hilft mit, so gut es kann. Videos oder peinliche Fotos werden hochgeladen, Gruppen gegründet und Jeder liefert einen mobbenden Kommentar ab.

Cyber Bullying: Schüler mobben Lehrer

Während sich in den „guten alten Zeiten“ Schüler an ihren wesentlich schwächeren Mitschülern vergriffen haben, kümmern sie sich nun um ihre Lehrer. Während dieser etwas an die Tafel schreibt, zieht im ein Schüler blitzschnell die Hose runter, ein Dritter filmt das Ganze mit dem Handy und schon ist der Film auf YouTube für Jedermann zu sehen. Solche und andere Fälle machen den Lehrern das Leben zur Hölle.

Eine Umfrage, bei der 400 Lehrer britischer Grundschulen und weiterführender Schulen befragt wurden, ergab, dass 35 Prozent der Lehrer schon einmal Opfer von Beschimpfungen oder Bloßstellungen im Internet geworden sind. Das erschreckende Ergebnis: ¼ der betroffenen Lehrer gaben an, dass sie auch von Eltern gemobbt wurden.

Rollenverteilung: Eltern mobben Lehrer

Dem Anschein nach scheinen nun auch die Eltern den leichteren Weg über das Internet zu gehen, statt den klassischen Weg über die Schulbehörde einzuschlagen. Den Lehrer scheinen sie nicht mehr bei der Ausbildung ihrer Kinder unterstützen zu wollen, sondern sie bevorzugen e,s ihn öffentlich für das, was im Klassenraum passiert, zu beschimpfen. Ihr Verantwortungsbewusstsein scheinen sie wohl verloren zu haben.
In einem bekannten Fall hat ein Elternteil eine Google-Gruppe gegründet und den Direktor der Schule seines Kindes online beschimpft. Er habe auch andere Eltern zum Mitpöbeln eingeladen, allerdings sei nur eine Mutter darauf eingegangen.

Die Folgen des Cyber Mobbings

Mobbing kann bekanntlich schlimme Auswirkungen haben. So gaben die betroffenen Lehrer an, sich isoliert und alleingelassen zu fühlen. Dies habe zu psychischen Problemen, Depressionen und Selbstmordgedanken geführt. Auch der von Eltern gemobbte Schuldirektor gab an, dass die Angriffe zu einem Zusammenbruch geführt hätten. Nur intensive Betreuung durch einen Psychologen und eine medikamentöse Behandlung hätten ihm geholfen.

75 Prozent der gemobbten Lehrer erwähnten, dass ihnen Hilfe und Unterstützung beim Umgang mit Schülern, die mobben, fehlen würden. Man muss sich mit dem Thema, so verrückt es auch klingen mag, auseinandersetzen und vor allem die Schulleitungen müssen endlich reagieren.

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