Christliche Gymnasien – spießig oder sinnvoll?

Die christlichen Internate sind ja so verpönt wie keine andere Schule. Ausgelacht und gegängelt werden sie als spießiges Utensil unserer Gesellschaft gehandhabt. Schülern beschert schon das Erwähnen dieser eine Gänsehaut, viele konservative Eltern hingegen schweben in den Siebten Himmel bei der Vorstellung, ihren Sprössling zu einem lammfrommen Wesen zu erziehen…

…. haben Sie jetzt auch einen Krawatte tragenden, mit Gel zurückgestreichten Haaren und fies guckenden Zwerg vor Augen, der mit gefalteten Händen nur darauf wartet, Ihnen den Satansbraten in ihm zu beweisen? Ohja. Wir kennen alle die Klischees. Und die Filme bzw. Bücher darüber. Ich habe auch sofort eine besonders fiese Nonne vor Augen, die mit Hexenaugen alles sieht, was auch nur ansatzweise verboten ist. Und für die Sex einem Freifahrtschein durch die Höllentore gleicht.

Aber auch die heimlichen Partys, die Orgien und die vielen Streiche haben wir im Kopf. Die hübschen Internats-Abenteuer, wie beispielsweise der unorganisierte Hausmeister, der ja eigentlich ganz süß ist 😉 . Das Internat ist quasi die Geburtsstätte aller verruchten Abenteuer. Bei studiVZ gibt´s ja die Gruppe „I went to a catholic school. Look, what it did to me.“ Und mit diesem Spruch ist bestimmt nicht der Häkel-Volkshochschulkurs gemeint.

Aber so aufregend wird es da auch nicht sein. Ich wäre auch beinahe auf einem reinen katholischen Mädchengymnasium gelandet. Heute kann ich über diese Vorstellung nur lachen, allerdings stelle ich es mir so schlecht nicht vor. Man ist nicht abgelenkt und generell sind diese Schulen sehr viel strenger und anspruchsvoller.  Ein Internat bedeutet die ständige Konfrontation mit der Schule und seinen eigenen Leistungen, was ganz natürlich auch die besseren Leistungen zufolge hat. Es liegt schon in der Natur der Sache, dass man automatisch besser abschneidet, als würde man eine Regelschule besuchen.

Einzig allein das ,,katholisch“ stößt mir sauer auf. Aber es gibt ja nicht nur einzig allein die christlichen Internate. Und noch ein Manko hat die Sache: Diese Schulen sind meistens besonders teuer. Daher sind sie für diejenigen, die sie eigentlich am nötigsten hätten, nicht zu erreichen. Den sogenannten klassifizierten Unterschichtlern unserer Gesellschaft. Womit wir mal wieder bei dem leidigen Klassenschicht-Thema angelangt wären.

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