Bildungspolitik investiert plötzlich Milliarden in deutsche Schulen

Ich sitze gerade ganz gemütlich vor meinem Laptop, trinke Kaffee und höre Radio, als mich eine Nachrichtenmeldung gänzlich erschlägt: Da werden gerade Unsummen in unsere Bildung investiert. Ich sollte mich freuen. Eigentlich.

Da schwafele ich in diesem Blog monatelang davon, dass die deutsche Politik endlich in die Bildung und unsere Schulen investieren soll und dann wirft der ,,Laden da oben“ doch tatsächlich mehr als 50. 000 Euro für eine Schule aus dem Fenster und ich bin einfach nur sprachlos. Keine Freude, kein Lächeln, keine Regung, nichts. Ich bin einfach nur fassungslos.

Die Wirtschaft in Deutschland befindet sich in der Rezession, die von den Medien – und auch von den Politikern – regelrecht herunter gespielt wird. Ich habe noch niemanden in meinem Semester über die Weltwirtschaftskrise diskutieren hören. Dabei betrifft es uns alle.
Und jetzt höre ich von Einkaufsgutscheinen, die im Wert von 500 Euro verschenkt werden und dass in deutsche Schulen mehr als 20.000 Euro investiert werden sollen. ,,Milliardenprogramm“ nennt sich die ganze Geschichte und verursacht bei mir Übelkeit.

Die ganzen Jahre über ziert sich die Politik, ordentlich in die Bildung zu investieren, alle sind entsprechend entrüstet. Und jetzt, wo wir in einer handfesten, wirklich schwierigen Krise stecken, werden plötzlich Milliarden ausgegeben. Ganz einfach so. Spielend einfach. Als wäre nichts dabei. Wozu? Um die Wirtschaft anzukurbeln. Aha.

Auf mich wirkt diese Aktion regelrecht verzweifelt. Als würde sich da jemand an einen Strohhalm klammern, während der Sturm das Plänzlein längst umgeknickt hat. Ich bin mir sicher, dass dieses Geld nicht aus ehrenhaften Gründen in die Schulen fließt, da wird sich etwas versprochen, das sicher nicht eingehalten werden kann. Nach dem Motto, viel Geld fördert viele kluge Köpfe, die uns die Suppe schon auslöffeln werden, man muss sie nur gut genug tätscheln. Oder wie? Angeblich geht es ,,nur“ um die Renovierung und Sanierung der Gebäude.

Das Problem hierbei ist nicht die Sache an sich. Denn im Grunde genommen wäre es schon okay, wenn sich der Staat aus seinen getätigten Investitionen etwas verspricht. Was mir nur sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass dieser spontane Samariter-Akt so plötzlich und unerwartet passiert, zu einer Zeit, wo man eigentlich etwas anderes tun sollte, dass ich mich frage, was dahinter steckt. Was ,,die da oben“ uns verschweigen, nicht sagen. Sie reiben sich oben die Hände und uns wird später die Quittung präsentiert. Denn im Endeffekt bezahlt doch der Steuerzahler diesen Spaß.

Es ist irgendwie eine zweifelhafte Sache. Aber ich möchte ja keinem geschenkten Gaul ins Maul schauen. Warten wir einfach ab, wie das alles so weiter geht und was mit dieser Förderung noch heraus kommt.