Berufliches Gymnasium – welches das richtige für mich?

Endlich: Der verdiente Realschulabschluss ist geschafft! Und jetzt das Abitur! Nur, welche Schule ist da am geeignesten für mich?

Wer nach seinem Realschulabschluss noch das Abitur absolvieren möchte, der hat heute die Qual der Wahl. Zuerst fällt einem da die Möglichkeit ein, an einem ,,normalen“ Gymnasium weiter zu lernen, was ja eigentlich eine gute Idee wäre, wäre da nicht die Sache mit den Fremdsprachen. Denn für das allgemeine Gymnasium brauchst du eine zweite Fremdsprache neben Englisch, die du gut beherrscht und auch schon seit einigen Jahren lernst. Zumeist handelt es sich hier um Französisch.
Doch die meisten machen sich in frühen Jahren keine Gedanken darum, dass sie dieses Fach noch benötigen und wählen es leider ab.
Mir war damals wirklich alles egal, ich lernte zwei Jahre Dänisch und fand mich irgendwie cool, weil sonst niemand Dänisch kann. Total idiotisch aus heutiger Sicht, natürlich 😉 .

Aber auch ich wollte unbedingt mein Abitur machen. Also musste ich wohl an ein Gymnasium mit einer beruflichen Richtung. Damals nannten sich diese noch ganz schlicht Fachgymnasien – heute sind das eben die beruflichen Gymnasium. Früher waren diese für Auszubildende geplant, die ihre Ausbildung vertiefen und sich weiterbilden möchten. Eben das Abitur absolvieren, um dann in der jeweiligen Richtung zu studieren. Heute nutzen aber auch eben viele Realschulabsolventen die Möglichkeit, gleich in ihre ,,Lieblings“-Richtung zu gehen. Es gibt da also verschiedene berufliche Richtungen: Einmal Agrarwirtschaft, ,,normale“ Wirtschaft, Sozialpädagogik, Technik und Gesundheit bzw. Ernährung. Keines dieser Fächer sollte man unterschätzen, da hinter den ,,harmlosen“ Begriffen sich oftmals viel Mathematik versteckt. Ernährung beispielsweise bedeutet viel Chemie und Biologie, beides Fächer, die viel mathematisch vertieftes Wissen abverlangen.

Ich selber habe mich ,,damals“ an einem Wirtschaftsgymnasium beworben und habe im Laufe des ersten Jahres festgestellt, dass es überhaupt nicht meiner Neigung entspricht – und auch nicht meinen Fähigkeiten. Ich hatte einfach keinen Spaß daran, mir permanent Gedanken um für mich belanglose Dinge zu machen. ,,Willst du ein schnelles Auto, großes Haus und ´ne schicke Frau? Dann geh in die Wirtschaft!“ Pflegte mein Leistungskurs-Lehrer immer schmierig grinsend zu sagen – ein Grund mehr für mich, der Schule schleunigst den Rücken zu kehren.

Ich endete dann auf dem technischen Gymnasium. Hatte Bautechnik und Englisch als Leistungskurse und war damit recht glücklich. Ein Haus bauen kann ich zwar immer noch nicht und eigentlich gehen alle technische Geräte schon kaputt, wenn ich sie nur anschaue – aber meinen Abschluss habe ich mit passablen Noten in der Tasche und schlecht war es für mich garantiert nicht, dass ich mal in eine Richtung geschnuppert habe, die mir so gar nicht liegt. Mal über den Tellerrand gucken, lautet ja immer meine Devise. Ich bin eben neugierig und offen für alles und wollte mal etwas anderes ausprobieren – denn egal, wo du dein Abitur absolvierst: Studieren darfst du hinterher alles, da dieser Abschluss dem eines normalen Gymnasiums gleichzusetzen ist.

Wenn du allerdings heute schon weißt, was du morgen sein willst, dann wäre es natürlich von Vorteil, wenn du dich gleich für die richtige Richtung entscheidest. Jemand, der einmal einen Bauernhof führen möchte, sollte ein Agrar-Gymnasium besuchen und jemand, der lieber Lehrer werden will, ist auf einem sozialpädagogischen Gymnasium gut aufgehoben.

Achja, das Wichtigste vergaß ich jetzt beinahe: Lerne für deinen Realschulabschluss! Denn die Durchschnittsnote deines Abschlusszeugnisses entscheidet darüber, ob du für eine fortbildende Schule zugelassen wirst. Oftmals haben die nämlich eine Mindest-Durchschnittsnote, die du haben musst, um überhaupt eine Chance zu haben. Bei mir waren es damals läppische 2,6. Aber ich weiß, dass es auch 2,0 sein kann. Je nachdem, wo das Gymnasium liegt. In der Großstadt ist das sicher anders als bei mir auf dem Kuhdorf 😉 .

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