ADS-Syndrom soll mit Computerspielen geheilt werden

Jeder kennt ihn. Jeder ist so einem schon einmal begegnet. Und mindestens einen davon gibt es in jeder bestehenden Klassengemeinschaft: den Klassenclown. 

Diesen Hanswurst, der sich alberne Späßchen überlegt, nie still sitzen kann, immer in den Unterricht reinquatscht oder gedankenverloren aus dem Fenster starrt. Er ist laut, wild und immer auf Achse. Manchmal unterhält und amüsiert er und manchmal nervt er so sehr, dass man nur noch mit den Augen rollen kann.
Diesen Schülern wird oft das ADS-Syndrom diagnostiziert. Hyperaktivität.

Ich will ja nicht sagen, dass das eine ,,Mode“-Erkrankung ist, eine schulterzuckende Entschuldigung der Eltern, die ihre Erziehungsmethoden nicht in Frage stellen wollen, aber jedes zweite Kind, welches angeblich krankhaft aktiv ist, ist garantiert ,,nur“ unterfordert, unerzogen oder feilscht einfach um Aufmerksamkeit, die ihm anderswo offensichtlich fehlt. ADS ist oft nichts, was ,,vom Himmel fällt“, sondern eine Entwicklung, die sich festgefahren hat. Das jedoch ist nur meine Meinung, die Gesellschaft hat eine andere. Dass das ein gängiges Krankheitsbild ist, eines, welches Tabletten und medikamentöse Therapien benötigt.

Deshalb arbeitet die Wissenschaft auch emsig an einer Alternative. Und offensichtlich haben sie diese auch gefunden. Es geht dabei um ein Computerspiel, welches mithilfe von Gedankenkraft gesteuert wird. Dabei messen auf den Kopf geklebte Elektroden die Gehirnströme, die, je nachdem, wie sehr der Spieler sich konzentriert und anstrengt, das Spiel auf dem Bildschirm beeinflussen.
Also, je konzentrierter und konstanter der Gedanke, desto besser das Spielergebnis. Diese ,,Spiele“ helfen den Hyperaktiven sich selbst zu beherrschen und zu kontrollieren, ihre Energien in konstruktive, gemäßigte Bahnen zu lenken.

Okay. Und was denke ich? Ich denke, dass da das Pferd von hinten aufgezäumt wird. Ich finde es bedenklich, dass die Eltern es nicht schaffen, ihre Kinder mit anderen Dingen – außer Computerspielen – langanhaltend zu begeistern und zu interessieren, denn das hätte wohl denselben Effekt wie diese hochgelobte Zockerwissenschaft, von der ich denke, dass sie nur mal wieder die Gamer-Mentalität fördern. Keine Bücher lesen, nicht raus gehen, nicht wissen, dass Kühe nicht lila sind. Stattdessen Pizza vorm Fernseher, zocken am Gamecupe und schulische Probleme werden nun ebenfalls mit Computerspielen gelöst. Bestimmt sehr effektiv. Diese dreißig Prozent, von denen der von mir gefundene Artikel spricht, die sich so positiv bewiesen haben, ich wette, dass diese wie ein Pendel nach einer gewissen Zeit ins absolute Gegenteil ausschlagen.

Wer das Nachsehen hat, ist die Schule. Und die Leistungen der Schüler.

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